EINER IST BERUFEN
Moritz Pfeil schoß seine Giftpfeile aus einem menschlichen Neandertal auf einen alten Herrn, den er zum Begründer des politischen Neandertals stempeln will. So sehr der Bundeskanzler Kritik verdient hat, glaube ich, dieser Pfeil dürfte an ihm abprallen.
Solingen-Merscheid
HANS-OTTO KRAUS
Das gibt es wohl nur in Deutschland, daß eine Zeitschrift einen Artikel veröffentlicht, der einen der angesehensten und verdientesten deutschen Politiker in nahezu giftspeiender, haßerfüllt keifender Weise angreift, wie es bei zivilisierten Völkern höchstens unter geistig minderbemittelten Menschen vorstellbar ist. Dieser neunmalkluge »Moritz Pfeil« - sicher schämt er sich sogar selbst, seinen richtigen Namen unter diese Schmiererei zu setzen - zitiert in einem Atemzug Dulles und Chruschtschew, um Behauptungen aufzustellen, die in ihrer Lächerlichkeit nur auf den Schreiber zurückfallen. Und nicht einmal witzig ist das Nebeneinanderstellen von Wirtschaftsbossen und Gemüsefrauen, wahrscheinlich ist nur, daß - ganz zu schweigen von ersteren - letztere sicher mehr für die Gesundung unseres Lebensstandards beigetragen haben als Herr »Pfeil« mit seinen erbaulichen Artikeln.
Madrid
ROLF-DIETER MICHAELIS
Es besteht ein Unterschied zwischen schwierigem Handeln in der Verantwortung und dem neunmalklugen Gerede einer intellektuellen Papierhyäne, deren die deutsche Geschichte so leicht entraten könnte, wie das Herr Pfeil vom Kanzler glaubhaft machen will.
Vöhringen (Iller)
ERWIN SCHATEL
Herr Pfeil sollte es sich einmal angelegen sein lassen, aufzuzeigen, worin eigentlich die Verdienste Adenauers liegen: Es ist doch kein Kunststück, zu allem nur ja zu sagen und noch mehr zu geben, als die westlichen Siegermächte - vor allem die USA - wollten. Und das »Wirtschaftswunder« ist doch nicht das Verdienst einzelner, sondern das Ergebnis des Bienenfleißes des ganzen Volkes.
Hamburg-Rahlstedt
G. PH. LAUMANN
Es ist leider doch wohl wahr, was Vladimir Nabokov 1943 schrieb: daß »das deutsche Volk, trotz dunkelster Sünden, für immer und immer das urkomischste Volk der Welt bleiben wird«.
Tokio
CURT W. BECKER