EINFALL
Es trifft nicht zu, daß mich der Bundestagsabgeordnete Schmitt-Vockenhausen (SPD) in der Fernsehsendung des ZDF »Journalisten fragen - Politiker antworten« am 26. November »ermuntert« hat, ihn als möglichen künftigen Bundesinnenminister vorzustellen. Der Einfall und der zumindest vorläufige Reinfall gehen auf meine Kappe.
Noch am Tag der Sendung wurde es in Karlsruhe auf dem SPD-Parteitag von einflußreichen Sozialdemokraten für möglich gehalten, daß sich im neugewählten Parteivorstand eine Mehrheit für die Bildung einer breiten, etwa 18 Köpfe umfassenden Regierungsmannschaft
durchsetzt, was auch die Nominierung von Schmitt-Vockenhausen bedeutet haben würde. Aus diesem Grund und weil die CSU durch den amtierenden Bundesinnenminister Höcherl repräsentiert wurde, plazierte ich alle drei nebeneinander und stellte Schmitt als einen möglichen künftigen Innenminister vor. Er sagte zwar, daß er sich über eine Berufung freuen würde, fügte aber verfassungskundig hinzu, daß die Entscheidung beim »Kanzler«-Kandidaten liege.
Während der Sendung in Wiesbaden, beziehungsweise unmittelbar danach, fiel dann in, Karlsruhe die Entscheidung für die »kleine« Lösung. Brandt, der am 24. November gesagt hatte, die SPD wolle nicht mitregieren, sondern regieren, entschied sich am 26. November nicht für eine vollzählige Regierungsmannschaft, sondern vorsichtshalber vorläufig nur für eine halbe.
Bonn REINHARD APPEL
Appel