Eis-Kunst - DER SPIEGEL
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Eis-Kunst

Shakespeare on the rocks: »Macbeth« in Lappland, mit Übernachtung im Eis-Hotel
• aus SPIEGEL Chronik 54/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Rundbau ist acht Meter hoch, die Bühne misst gut 90 Quadratmeter, die Zuschauer sitzen unterm freien Sternenhimmel.

Shakespeares Königsdrama »Macbeth« wird gespielt, bei minus 20 Grad. Künstler und Publikum sind mächtig vermummt, die rund 500 Zuschauer husten und schniefen um die Wette, als Frostschutz fließt Wodka pur, nur der Eintrittspreis ist heiß - bis 87 Euro pro Vorstellung: Hochsaison im Eis-Theater von Jukkasjärvi, 200 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Für das erste Eis-Theater der Welt haben die tüchtigen Lappen 20 000 Tonnen Eis aus dem nordschwedischen Fluss Torneälven gewuchtet - und damit eine Idee des schwedischen Theaterfreaks Rolf Degerlund realisiert. Nach einem Besuch des Londoner Shakespeare Globe Theatre hatte er sich ausgemalt, wie man das altehrwürdige Globe als touristische Attraktion in der Arktis nachbauen könnte. Und als er sein Frost-Modell 2001, bei einer Tagung zur »Entwicklung der Erlebnis-Industrie in Lappland«, vorstellte, fand sich in Jukkasjärvi ein Gönner und finanzkräftiger Bauherr. Shakespeare on the rocks, schwärmte der Finanzier Yngve Bergkvist, sei eine ideale Ergänzung zu jenem Eis-Hotel, das er seit Jahren mit großem Erfolg in dem 700-Seelen-Ort betreibt. Die Herberge verfügt über 50 Zimmer und 10 Suiten.

Bühne und Betten freilich überdauern nur bis Anfang April. Dann schmilzt die Pracht in der lauen Frühlingsluft.

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