EMBLEM-PROBLEM - DER SPIEGEL
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Briefe

EMBLEM-PROBLEM
• aus DER SPIEGEL 33/1966
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EMBLEM-PROBLEM

Der SPIEGEL bucht es offenbar als Erfolg, daß gegen den (auf dem Karlsruher NPD-Parteitag aufgetretenen) Mann mit dem Hakenkreuz ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und daß er aus der NPD ausgeschlossen wurde. Ist das aber wirklich ein Erfolg? Solange irgendein politisches Emblem - gleichgültig ob es sich um das Hakenkreuz oder den Sowjetstern handelt - verboten werden muß, kann von einer echten Demokratie keine Rede sein. Erst wenn niemand mehr das Hakenkreuz anzulegen wagt, weil er fürchten muß, sich lächerlich oder/und verächtlich zu machen, wird man ernsthaft von einer Bewältigung der Vergangenheit sprechen können. Durch Verbote erreicht man nur, daß Querköpfe und Hitzköpfe, unbelehrbare und geistig minderbemittelte Leute es als ihre Ehrenpflicht betrachten, ihnen zu trotzen. Es wäre ja eigentlich sehr wünschenswert, daß jeder, der dem tausendjährigen Reich nachtrauert, sichtbar das Hakenkreuz trüge. Man wüßte dann wenigstens, mit wem man es zu tun hat; aber eine Verfügung, die verbietet, das Hakenkreuz zu tragen, ist sehr verwandten Geistes mit einer anderen, die den Judenstern zu tragen befiehlt.

Wien FRANS PLANER

NPD-Delegierter mit NSDAP-Abzeichen

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