Empfehlung
Der verfahrene Westdeutschland-Karren wird in Bevins Unions-Schlepp ein gutes Stück aus dem Nachkriegsdreck herausgezogen. Nach sechswöchiger Dauer wurde die Londoner Deutschlandkonferenz abgeschlossen, nicht wie üblich abgebrochen. Die Vertreter Amerikas, Frankreichs, Englands und der Benelux-Staaten haben sich über das Problem Westdeutschland geeinigt. Sie nehmen eine Reihe von Empfehlungen mit nach Hause. Mehr wird in dem offiziellen Schlußbericht nicht verraten. Die inoffiziellen Kulissen-Kommuniqués sprechen von Einigung über die Einberufung einer verfassunggebenden deutschen Versammlung zum 1. September, über die Bildung einer internationalen Ruhrkontrolle und von einem Abkommen zur Durchführung der Währungsreform in den drei Westzonen Deutschlands (wobei Berlin angeblich ausgeschlossen ist). Westdeutschlands Finanz-, Außen- und Verteidigungspolitik soll von England, Frankreich und Amerika gemanagt werden. Tri-Zonien wurde vorerst bis zum nächsten Frühjahr vertagt. Die Franzosen haben ihr Ja nicht teurer verkauft, als zu erwarten war. Die Amerikaner versprachen zwar noch keine Militär-Garantie, aber Sicherheit. Frankreich soll sich dafür mit einer deutschen Ruhr-Verwaltung abgefunden haben. Hingegen sollen die Militär-Gouverneure kein Vetorecht gegen die Beschlüsse der Internationalen Ruhr-Kontrollbehörde haben, in der auch West-Deutschland einen Sitz haben wird. Den Besatzungstermin bis 1973 nannte die Zonen-»Welt« phantasievoll. Frankreich soll das Rheinland auch nach dem Abzug der übrigen Alliierten weiter besetzt halten.