AFRIKA Ende der Renaissance
Neben dem andauernden Krieg zwischen zwei ehemaligen Waffenbrüdern, Premierminister Meles Zenawi (Äthiopien) und Präsident Isaias Afwerki (Eritrea), erschüttert nun eine weitere Fehde einstiger Freunde den Kontinent: Ugandas Präsident Yoweri Museveni und Ruandas Vizepräsident Paul Kagame, die gemeinsam den Aufstand gegen den Kongo-Diktator Laurent Kabila angeführt hatten, streiten sich um die Vorherrschaft im eroberten Teil des Kongo. Dort lieferten sich ugandische und ruandische Truppen in der Stadt Kisangani eine regelrechte Schlacht. Den Straßenkämpfen fielen dutzende Rebellen zum Opfer. Auch nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands vorige Woche halten die Spannungen an. Uganda und Ruanda unterstützen miteinander verfeindete Flügel der Anti-Kabila-Front - und wetteifern um die Kontrolle der Bodenschätze des Kongo, die das Land zu einem der potenziell reichsten Afrikas machen. Der Konflikt zwischen den im Westen hoch geschätzten Führern Museveni und Kagame, die sogar ethnisch miteinander verwandt sind, ist ein weiterer Schlag gegen die auch von US-Präsident Clinton erhoffte »afrikanische Renaissance«.