NEPAL Ende der Verhandlungen
Nach den blutigen Überfällen maoistischer Guerrilleros auf Polizeistationen will die regierende Nepalesische Kongresspartei womöglich die Armee zur Terrorbekämpfung einsetzen. Allein in den vergangenen zwei Wochen starben 45 Polizisten bei Auseinandersetzungen mit bewaffneten Kämpfern der Kommunistischen Partei Nepals-Maoisten. Seitdem die Guerrilleros 1996 gegen das Königshaus und reiche Landbesitzer den »Volkskrieg« erklärt hatten, kamen am Himalaja bereits über 1600 Menschen ums Leben. Derzeit kontrollieren die Rebellen - meist radikale Bauern und ehemalige Aktivisten linksradikaler Parteien - 2 von 14 Bundesstaaten. Dort richten sie eine eigene Verwaltung und eigene Gerichte ein. In anderen Regionen sind sie aktiv. Die jüngste Angriffswelle ist für viele Nepalesen ein Schock, da in den vergangenen Monaten die Hoffnungen gestiegen waren, Regierung und Rebellen würden bei Verhandlungen zumindest einen Waffenstillstand erzielen. Vorige Woche erklärte sich das Fremdenverkehrsministerium bereit, künftig die Einnahmen aus dem Bergsteigertourismus direkt den Regionen zukommen zu lassen, in denen die Kletterexpeditionen stattfinden. So sollen die Not leidenden Bergdörfer wirtschaftlich besser gefördert werden. Bislang gingen die Deviseneinnahmen des armen Himalaja-Lands aus dem Klettertourismus in die Staatskasse. Für einen Aufstieg auf den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, muss ein Team bis zu 260 000 Mark Gebühren bezahlen, unter 20 000 Mark gibt es gar keine Erlaubnis für die Besteigung eines Achttausender-Gipfels.