Endspurt - DER SPIEGEL
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Endspurt

• aus DER SPIEGEL 25/1948
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Die Einheits-Stimmenfänger für das Volksbegehren grasten vor dem Schlußtermin (13. Juli) im Endspurt noch einmal alle vier Sektoren Berlins ab. Die Sowjet-Sektoren-Bürger folgten der Rattenfängermelodie für Einheit und gerechten Frieden in sportpalästlicher Geschlossenheit. Selbst die Irren des Kaiser-Franz-Joseph-Krankenhauses in Berlin-Weißensee, begehrten laut einer »Kurier«-Meldung mit. Auch in den Westsektoren fanden sich einige. Im amerikanischen Viertel wurden mehrere Werber beim Hausieren mit der Eintragungsliste verhaftet. Einige lochten die Amerikaner ein. »Aus Anlaß der Verhaftung zahlreicher Patrioten« schrieb sich die gleichgeschaltete »Deutschlands Stimme« in einem Schmähartikel protestheiser und errichtete einen »Freiheitsfond für die Opfer der nationalen Unterdrückung in den Westsektoren«. Unter den ersten Einzahlern stehen Nuschke, Pieck und Gniffke. Mit je 100 Mark (alter Mark).

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Die Lehrerschaft der Ostzone läßt ihre kleinen Orgelpfeifen vom dritten bis fünften Schuljahr kräftig in die Einheitsfuge tönen, auf daß das Volksbegehren auch im Westen hinter der großdeutschen Klagemauer gehört werde. Zehnjährige der Volksschule in Oschatz (Sachsen) mußten in der Schönschreibestunde alle einen Brief »an die Schulfreunde der Hamburger Volksschule I« schreiben. Darin werden die westlichen ABC-Schützen aufgefordert, ihre Eltern zum Begehren zu bekehren. Fast alle Briefe hatten den gleichen Text. Ueber die trennenden Zonenschranken ging es in allen Fällen über die besseren Ernährungsaussichten direkt zum Volksentscheid. Als Schlußapotheose rangiert meist: »Nach dem Volksentscheid können wir uns dann hoffentlich mal besuchen - es grüßt Dein Schulkamerad Kurt Laube usw.« -

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Als vorläufiges gesamtdeutsches Ergebnis meldete das »Neue Deutschland« rund 13 1/2 Millionen Einzeichnungen. Wörtlich geht es dann weiter: »Davon entfallen auf Berlin, das in der sowjetischen Besatzungszone liegt, aber leider von vier Besatzungsmächten und nicht von der sowjetischen verwaltet wird, rund 756000 Stimmen«.

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