Ene, mene, muh
(Nr. 35/1995, Titel: Goldrausch - Milliarden-Schlacht um die Ware Fernsehen)
Wahrscheinlich ist den meisten Menschen nicht klar, daß sie die privaten Fernsehsender bei nahezu jedem Einkauf finanzieren, nämlich über die zu zahlenden Preise. Die horrenden Geldmittel, die für die anödende Fernsehwerbung aufgewendet werden, sind in der Preiskalkulation enthalten. *UNTERSCHRIFT:
Hannover ROLF ERDMANN
Als wüchse mit dem Honorar der Moderatoren deren Skrupellosigkeit selbst in sensibelsten Bereichen. Diese Handlungsweise ist schlicht Prostitution. Warum sagt ihnen kein Programmdirektor, daß Journalisten auch eine Vorbildfunktion erfüllen sollten? *UNTERSCHRIFT:
Nartum (Nieders.) WOLF WARGENAU
Zwölf Miniaturen mit maximalem Unterhaltungswert. Wunderbar subjektiv, ausreichend informativ und in der kurzweiligen Aufbereitung sehr leserfreundlich. *UNTERSCHRIFT:
Soalheira (Portugal) HANS-PETER JUNKER
Das Fernsehen ist nicht das Problem, sondern das, was daraus gemacht wird. *UNTERSCHRIFT:
Berlin MATTHIAS ROEINGH
Trotz Medienrummel, Starkult, Quotenanalyse, die Spielregeln sind im Grunde einfach: Ene, mene, muh, und raus bist du! *UNTERSCHRIFT:
Türkenfeld (Bayern) GÜNTHER KNÄBEL
Merkwürdig, daß Arte in Ihrer Geschichte nirgends erwähnt wird, aber auf den Fernsehseiten gleich mehrfach auftaucht. Fazit: Die Alternative zum Gezocke um Werbung und Einschaltquoten heißt Arte. *UNTERSCHRIFT:
Mainz REINHART LOHMANN ZDF
Glauben Sie, wenn die 500 Drehbuchautoren ihr Handwerk nicht beherrschen würden, daß ihnen ein Redakteur oder Produzent die Geschichten abkaufen würde? Oder kaufen Sie bei einem Bäcker, der nicht backen kann, Ihre Brötchen? Das ewige Gejammere über mangelnde gute Autoren ist vergleichbar mit dem Verhalten, daß aus alter Gewohnheit immer nur beim selben Bäcker die faden Brötchen gekauft werden, während es ein paar Häuser weiter in einem neuen Laden ganz frische Semmeln zu kaufen gibt, die noch preiswerter sind. *UNTERSCHRIFT:
München MONIKA BITTL Drehbuchautorin