Ente - DER SPIEGEL
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Briefe

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• aus DER SPIEGEL 49/1949
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Im SPIEGEL Nr. 47 las ich den Artikel über Battersby und sein Hakenkreuz. Das gleiche Thema in etwas anderer Form wo die Deutschen, die »doch nun einmal alle Nazis sind«, herhalten müssen, brachte die englische Zeitung »News of the World« in ihrer Ausgabe vom 13. November. Dem Artikel geht ein Bild eines zigfach vergrößerten deutschen Zollsiegels voraus. Die Zeitung schreibt dazu:

»Siehst Du das kleine Sinnbild, verborgen im Schwanz des deutschen Adlers? Es ist das Zeichen des Hakenkreuzes - Hitlers Zeichen - , das heute immer häufiger in Deutschland gesehen wird. Aber dieser besondere deutsche Adler - mit dem Hakenkreuz im Schwanz - ist auf einem Metallsiegel zu sehen, welches die Nazis heute dem Gepäck der aus der britischen Zone zurückkommenden britischen Beamten aufdrücken ... Das Auftauchen dieses kleinen Zeichens ist eine andere schlaue Propaganda, um zu zeigen, daß der Nazigeist noch lebt. Und charakteristisch für die Nazi-Taktik ist es, daß es benutzt wird, um das Gepäck ihrer Sieger damit zu siegeln. Es ist eine Warnung für uns alle.«

Wem sollen wir nun einen Vorwurf machen? Der deutschen Behörde, die auch im Jahre 1949 noch die alten Siegel benutzt, wenn auch mit bloßem Auge kein Hakenkreuz zu erkennen ist? Oder den Schreibern der englischen Zeitung, die mit solchen Mitteln einen Artikel über die nazistische Untergrundbewegung aufbaut? Ich bin davon überzeugt, daß ein großer Teil der englischen Zeitungsleser auf diese »Ente« hereinfällt und der Militärregierung noch den Vorwurf des Unterlassens einer Staatsaktion macht.

Eidinghausen

KURT A. NEANDER

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