Ludovic Marin / AFP
Wo fliegen sie denn? In luftiger Höhe führen italienische Fallschirmjäger eine sorgsam einstudierte Choreografie über einem Golfplatz in Apulien auf, als Unterhaltung für die versammelten G7-Staats- und Regierungschefs.
Die Spitzenpolitiker diskutieren bei ihrem Gipfeltreffen vor allem über den Ukrainekrieg und den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten – der gemeinsame Termin im Freien soll die schwierige Zusammenkunft zumindest nach außen unbekümmert erscheinen lassen. Doch während die meisten Teilnehmer gebannt gen Himmel blicken, wirkt der Sonnenbrille tragende US-Präsident Joe Biden gedankenverloren. Wieder einmal. Seine Kritiker führen Szenen wie diese im laufenden Präsidentschaftswahlkampf als Beleg dafür an, dass der 81-jährige Demokrat nur noch ein seniler Greis und ungeeignet für weitere vier Jahre im Amt sei. Tatsächlich ist Biden bei der Fallschirmshow durchaus geistig präsent. Videos zeigen, dass er nicht orientierungslos umherwandert, sondern sich etwa mit bereits gelandeten Fallschirmspringern austauscht. Das Image des verwirrten Seniors kann Biden dennoch nicht mehr abschütteln.
Einige Wochen später zieht er sich auf Drängen seiner Parteikollegen aus dem Wahlkampf zurück. Demokratische Präsidentschaftskandidatin wird seine Stellvertreterin Kamala Harris.