Entsetzliche Wirkung - DER SPIEGEL
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Briefe

Entsetzliche Wirkung
• aus DER SPIEGEL 5/2003
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Entsetzliche Wirkung

Nr. 4/2003, Zentralasien: Rebellion in Russlands Hinterhof

Es geht leider nicht mehr um einfache postkommunistische Diktaturen; es ist eine andere Entwicklung zu befürchten, und Ihr Artikel deutet es an: Ehemalige kommunistische Politiker bauen ihre totalitäre absolute Herrschaft auf. Der Präsident von Turkmenistan vereint die Mittel des kommunistischen Erbes mit den elektronischen Medien des 21. Jahrhunderts. In Schauprozessen nach stalinistischer Propaganda-Manier, wie sie die sowjetische Führung in den Dreißigern in Radio und Zeitungen eingesetzt hat, werden unliebsame Personen erniedrigt, um sie zu zerstören. Die Brutalität im Fernsehen ist dieselbe, aber die Wirkung ist ungleich entsetzlicher. Hier werden die modernen Massenmedien missbraucht, nicht um auf der Grundlage der eigenen Geschichte eine neue Identität im Rahmen menschenrechtlicher Grundsätze zu entwickeln, sondern um die Macht eines einzelnen Herrschers zu zementieren; und die OSZE-Mitgliedschaft soll das auch noch legitimieren. Was die Medien angeht, wird mein Amt nicht nachlassen, diese Entwicklungen zu verfolgen und anzugreifen.

WIEN FREIMUT DUVE

BEAUFTRAGTER FÜR MEDIENFREIHEIT DER OSZE

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