Erbittert bekämpft - DER SPIEGEL
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Briefe

Erbittert bekämpft
• aus DER SPIEGEL 40/2003
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Erbittert bekämpft

Nr. 36/2003, Stasi-Akten: Die Ost-Kontakte des Schriftstellers Günter Wallraff

Günter Wallraff hat in den siebziger Jahren nicht nur Artikel für die Zeitschrift »Konkret« geliefert, deren Eigentümer ich damals war. Er hat dort allem Anschein nach mindestens eine Person »aufgeklärt« und darüber Informationen an einen Stasi-Beauftragten weitergegeben: mich. Auch wenn er das bestreitet, spricht dafür die von Ihnen zitierte Notiz, die bei dem Stasi-Kontaktmann Gundlach nach seinem Treffen mit Wallraff in Kopenhagen im Dezember 1971 gefunden wurde. Dort hieß es: »Wall Konkret. Eigene Stellung gut. Röhl geht die Puste aus. Geld immer später ... Würde verkaufen.« Diese Information war für die Stasi sicher sehr wichtig im Zusammenhang mit Plänen, die damals größte unabhängige linke Zeitschrift Deutschlands in ihre Gewalt zu bringen. Aber erst im Frühjahr 1973 war es so weit. Seit dem Bruch mit der KPD im Mai 1964 war »Konkret« eine Zeitschrift, die vehement für Wolf Biermann und andere Dissidenten wie Heinz Brandt und Gerhard Zwerenz eintrat. Dieses unabhängige »Konkret« wurde von den Kommunisten erbittert bekämpft. Und bald waren auch Kontaktleute unter uns. Günter Wallraff etwa tauchte vier Jahre nach dem Bruch mit den Kommunisten auf, ebenso andere Mitarbeiter, die damals schon Stasi-Kontakte hatten oder IM waren: Ich nenne als bekanntesten nur Bernt Engelmann, der sogar Vorsitzender des Schriftstellerverbandes wurde.

KÖLN DR. KLAUS RAINER RÖHL

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