Erhard Eppler
Erhard Eppler , 77, ehemaliger SPD-Entwicklungsminister und immer noch gefragter Berater von Partei und Kanzler Schröder, liegt im Streit mit seiner lokalen Zeitung, der schwäbischen »Südwest Presse« ("SWP"). In regierungskritischen Kommentaren hatte der stellvertretende »SWP«-Chefredakteur Detlev Ahlers die »maßlose Erhöhung der Bezüge von Abgeordneten und Fraktionen« gegeißelt, Parlamentarier getadelt, »die sich auf steuerfinanzierten Vergnügungsfahrten hinters Licht führen lassen«, und den Bundeskanzler kritisiert, der »seine Weisungen inzwischen in Moskau und Paris einsammelt«. Einen geharnischten Brief an den »SWP«-Chefredakteur, in dem Eppler das Monopolblatt in die Nähe eines »rechtsradikalen Hetzblattes« rückte ("So etwa hat die Rechtspresse die Weimarer Demokratie madig gemacht"), beantwortete wiederum »SWP«-Vize Ahlers. Was sei schlecht daran, »den Begriff Provinz gegen den Hauptstadtgrößenwahn, der in Berlin herrscht, zu verteidigen?« Im Übrigen sei die Weimarer Republik »nicht nur von der Rechtspresse vernichtet worden, sondern auch von fast deckungsgleichen Anfeindungen der Linksradikalen«.