»Es war wunderbar« - DER SPIEGEL
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JUNI 2006 »Es war wunderbar«

Das internationale Medienecho auf ein spektakuläres Fußballfest und die überraschend vergnügten Gastgeber
• aus SPIEGEL Chronik 54/2006
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ARGENTINIEN

Die Deutschen sind nicht gescheitert. Es gab perfekte und immer volle Stadien, es gab keine größeren Skandale, keine Spur von Terrorismus, Party auf den Straßen und immer neue Spektakel. Franz Beckenbauer, das Gesicht der WM, kann sich beruhigt zurücklehnen. Die Deutschen haben das, was an Bildern exportiert werden muss, erfüllt.

»Clarín«, Buenos Aires

SPANIEN

Deutschland war diesmal weder arrogant noch verbittert. Es war der beste Gastgeber und hat das Gesetz des Fußballs akzeptiert, auch wenn dieses diesmal nicht auf seiner Seite war.

»El País«, Madrid

TRINIDAD UND TOBAGO

Unsere Zuneigung für Deutschland geht über den Platz hinaus. Vor allem aber lieben es die Menschen dort zu feiern und das Leben zu genießen. Die WM in Deutschland mit ihren Fan-Festen und spontanen Partys war deshalb wie gemacht für uns. Deutschland bezeichnete das Turnier als »a time to make friends«. In der Karibik habt ihr sicher mehr als nur ein paar Freunde gefunden.

»Trinidad Express«, Port of Spain

USA

Die Deutschen scheinen sich wohler in ihrer Haut zu fühlen.

»Los Angeles Times«

GROSSBRITANNIEN

In gewisser Weise sind weder Frankreich noch Italien die wirklichen Sieger der Weltmeisterschaft, sondern Deutschland.

»The Independent«, London

Alles in allem sind sie nicht so schlecht, die Deutschen. Unsere Brüder waren patriotisch und leidenschaftlich, aber sind rücksichtsvoll, unaggressiv und freundlich geblieben. Ihre Fußballer waren unterhaltsam, und ihre Fans haben Party gefeiert. Phantastisch.

»The Times«, London

FRANKREICH

Wir müssen gestehen, wir sind schon mit einigen Vorurteilen über den Deutschen angereist, diesen seltsamen Zweifüßler, der am Zebrastreifen wartet, bis die Ampel auf Grün schaltet. Die Deutschen haben einen Monat an der Theke zugebracht und wir mit ihnen. Es war wunderbar.

»Libération«, Paris

CHINA

Deutsche waren nicht nur auf dem Feld erfolgreich, sondern auch beim Organisieren des gesamten Turniers. Deutschland hat perfekte Arbeit geleistet bei der Sicherheit für Mensch und Ablauf, welches die größten Sorgen der Leute waren. Es gab weder Terrorattacken noch chaotische Fans in größerem Maße. Die notorischen deutschen Fußball-Hooligans machten auch keinen Ärger. Die Deutschen zeigten der Welt ihr Verantwortungsbewusstsein. Sogar der anspruchsvolle Fifa-Präsident Blatter sagte: »Ich muss zugeben, dass die deutschen Organisatoren der WM uns vor eine schwere Frage gestellt haben: Wie organisiert man eine bessere WM als dieses Mal?«

»Beijing News«, Peking

BRASILIEN

Ich glaube, die Deutschen haben sich mit dieser WM selbst überrascht. Sie haben sich mitreißen lassen, waren überhaupt nicht verschlossen - was ich immer dachte - und ganz locker, was das Sportliche betrifft.

Rádio Clube do Pará

RUSSLAND

Der wichtigste Gewinn Deutschlands dürfte sein neues Gesicht sein. Es ist nun deutlich geworden, dass der Deutsche an sich nicht nur ein Typ von trockener Pedanterie oder ein Biersäufer mit Fassbauch, sondern auch ein gutmütiger, gastfreundlicher Zeitgenosse ist. Die Deutschen zeigten der Welt, sie legen nicht allein auf Ordnung, sondern auch auf Gastlichkeit großen Wert.

»Moskowskije nowosti«

SÜDAFRIKA

Wie immer man die Dinge auch wenden mag - Deutschland hat eine erstklassige Weltmeisterschaft organisiert, die Standards setzt. Von den vielen Befürchtungen vor dem Start hat sich keine einzige bewahrheitet.

»Sunday Times«, Johannesburg

GHANA

Ich war schockiert - positiv schockiert über die Akzeptanz, die wir hier in Deutschland genießen. In Ghana denkt man, die Deutschen hätten etwas gegen Afrikaner und seien rassistisch. Meine Familie hat mich sogar vor der Reise gewarnt. Jetzt aber weiß ich: Die Deutschen lieben uns.

Ghana News Agency

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