Etwas, an das man sich gern erinnert - DER SPIEGEL
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Briefe

Etwas, an das man sich gern erinnert
• aus DER SPIEGEL 3/2008
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Etwas, an das man sich gern erinnert

Nr. 1/2008, Spielsucht: Jugendliche im gefährlichen Sog virtueller Welten

Wann hören Sie endlich auf, Klischees aufzuwärmen, und beleuchten mal die anderen Aspekte von »World of Warcraft« ("WoW")? Es gibt über neun Millionen »WoW«-Spieler weltweit. Und da es ein Mehrspieler-Rollenspiel ist, müssen die alle miteinander spielen. Wenn Schachspieler wochenlang Schach üben und sich vergraben, dann ist das ein Sport. Wenn aber in »WoW« im Alteractal zwei Mannschaften mit je zehn Spielern gegeneinander antreten und taktisch vorgehen müssen, dann nennt man es ein Killerspiel. Blizzard setzt über eine Milliarde Dollar im Jahr um und beschäftigt weltweit mehrere tausend Mitarbeiter, das ist auch ein Wirtschaftsfaktor.

MÜNCHEN NORBERT BENSEL

Ich selbst habe ein Jahr »WoW« gespielt und bin bestimmt auch auf 35 bis 40 Stunden pro Woche im Schnitt gekommen, bloß haben meine Schulnoten nicht gelitten, und ich konnte genauso schnell wieder aufhören, wie ich angefangen habe. In dieser Zeit habe ich sicher mehr gelernt, als ich anderswo verpasst habe, und nun ist es eben etwas, an das man sich gern erinnert. Wichtig ist, dass Jugendlichen und vor allem schon Kindern beigebracht wird, Grenzen zu ziehen und verantwortungsbewusst mit Computerspielen umzugehen. Dazu müssen sich aber Eltern mit Computerspielen beschäftigen und sie nicht nur als Fremdkörper ansehen. Jugendliche

müssen sich von ihren Eltern verstanden fühlen, und die müssen wissen, in welchen Bereichen ihre Kinder sich bewegen. Denn Computerspiele sind genauso wenig alle gleich wie Bücher oder Sportarten, und solange das nicht verstanden wird, erreicht die Mutter in der Zimmertür mit ihrem ewigen »Nu' geh doch auch mal an die frische Luft« gar nichts.

WINSEN (NIEDERS.) TOBIAS ROJAHN

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