Euro im Strandkorb - DER SPIEGEL
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WÄHRUNG Euro im Strandkorb

Von Hans-Ulrich Stoldt
• aus DER SPIEGEL 32/1997
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit Werbeaktionen in den Ostseebädern von Mecklenburg-Vorpommern macht die deutsche Vertretung der EU-Kommission Stimmung für den Euro. Zwei EU-Angestellte mit einem Kleintransporter ("Euro-Infomobil") steuern jeden Tag einen anderen Badeort an, um Touristen über die geplante europäische Währung zu informieren. Die beiden Euro-Fighter beantworten Fragen und verteilen Broschüren, »die in den Ferien am Strand oder im Café endlich mal in Ruhe studiert werden können«. Gerade in Ostdeutschland ist der Widerstand gegen die Währungsunion besonders stark: 57 Prozent sind laut Umfragen gegen den Euro.

Die Bädertour stoße bei Touristen auf lebhaftes Interesse, berichten die Euro-Werber Heiko Wiese, 24, und Kristine Stengel, 25, aber auch auf schroffe Ablehnung: »Die Leute haben Angst, mit ihren Ersparnissen und Renten über den Tisch gezogen zu werden.«

Info-Blätter und Broschüren würden dennoch mitgenommen: Am besten gehe das Faltblatt mit »20 Fragen zum Euro«. Aber auch das Bändchen »Entdeckungsreise durch Europa« werde gern mit in den Strandkorb getragen. Darin erfahren die Urlauber etwa, wie man Moussaka zubereitet oder was eine Echternacher Springprozession ist.

Nach Abschluß der Ostseetour wird das Euro-Infomobil an der Nordseeküste und danach in Sachsen eingesetzt.

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