Euro in weiter Ferne - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 63 / 115

GROSSBRITANNIEN Euro in weiter Ferne

• aus DER SPIEGEL 18/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Premierminister Tony Blair muss seine Pläne für eine Übernahme des Euro vorerst begraben. Blairs ewiger Rivale, Schatzkanzler Gordon Brown, wird Ende Mai einen Bericht vorlegen, der die Auswirkungen einer Abschaffung des Pfundes auf die britische Wirtschaft beschreibt - und zu einem größtenteils negativen Ergebnis kommt. Mit diesem Verdikt wird die seit 1997 versprochene Volksabstimmung über den Beitritt zur Gemeinschaftswährung praktisch hinfällig, jedenfalls in der bis mindestens 2005 laufenden Legislaturperiode. Damit muss Tony Blair seinen Anspruch, »ein Führer in Europa zu sein«, im Wesentlichen auf die Beitrittskandidaten des »neuen Europa« reduzieren, mit deren Regierungen den Briten-Premier die entschlossene Unterstützung der US-Regierung verbindet. Der euroskeptische Schatzkanzler Brown ist in einer deutlich besseren Position: Er befindet sich im Einklang mit der Mehrheit der Briten, die der Parole »Keep the pound« folgen und angesichts des Streits mit Frankreich und Deutschland über den Irak-Krieg noch weiter von Europa abgerückt sind. Bei einer kurz vor Ostern veröffentlichten Meinungsumfrage votierten nur noch 23 Prozent für die Übernahme des Euro.

Zur Ausgabe
Artikel 63 / 115