Europäer als Vermittler - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 65 / 122

KOREA Europäer als Vermittler

• aus DER SPIEGEL 18/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die EU entdeckt eine neue Testregion für ihre gemeinsame Außenpolitik: Korea. Brüssel will die Annäherung zwischen den beiden Koreas wieder ankurbeln, die US-Präsident George W. Bush mit seiner harten Linie gegen den stalinistischen Norden praktisch gestoppt hat. An diesem Mittwoch wird der amtierende EU-Ratspräsident, Schwedens Premier Göran Persson, als erster westlicher Regierungschef mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Il in Pjöngjang zusammentreffen. Anschließend reist die EU-Delegation zu Gesprächen mit Präsident Kim Dae Jung nach Seoul weiter. Dort legt man indes Wert darauf, dass Südkorea die EU nicht um ihr Engagement gebeten habe. Seoul fürchtet, dass Perssons »Schmuserei mit dem lieben Führer« ("Wall Street Journal") Washingtons Haltung nur verhärtet. Ohne die USA aber, die in Südkorea 37 000 Soldaten stationiert haben, ist in der Region kein Frieden möglich. Von der gemeinsamen EU-Außenpolitik können die Koreaner dagegen kaum mehr erhoffen als schöne Worte. In Seoul verweist man etwa auf den Bau von zwei Reaktoren in Nordkorea, mit dem das Regime von seinem Atomwaffenprogramm abgebracht werden soll: Zu dem 4,6 Milliarden Dollar teuren Projekt steuerte die EU bis Ende vergangenen Jahres nur magere 68 Millionen Dollar bei - den Hauptanteil teilen sich Südkorea, Japan und die USA.

Zur Ausgabe
Artikel 65 / 122

Mehr lesen über