Experten kaltgestellt
Einzige Überraschung auf dem kürzlich beendeten Parteitag der bulgarischen KP: Staats- und Parteichef Todor Schiwkoff feuerte ausgerechnet die beiden einzigen Wirtschafts-Experten aus dem jetzt neunköpfigen Politbüro, Der eine, Namensvetter Schiwko Schiwkoff, ist ein Großbauernsohn, den die Partei mehrfach in wirtschaftlichen Zwangslagen mit großem Erfolg als Krisenmanager eingesetzt hat, zuletzt 1968 als Chef-Koordinator für den gesamten Binnen- und Außenhandel. Auch das zweite abgelöste Politbüro-Mitglied, der Elektronik-Experte Iwan Popoff, zeichnete sich im Kreis der bulgarischen Partei-Apparatschiks durch brillantes Fachwissen aus. Der Sturz der beiden Technokraten wird nicht nur persönlichen Rivalitäten in der bulgarischen Parteispitze zugeschrieben. Die Moskauer Führung, auf eine widerspruchslose Gefolgschaft ihres treuesten Satelliten bedacht, sah in den selbstbewußten Kader-Politikern Probleme für ihre Fernsteuerung.