TERRORISMUS Explosives Paket
In den französischen Behörden wird weiter über die Hintergründe des Sprengstofffundes in einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Royal Air Maroc gerätselt. Nach der Landung in Metz entdeckte ein Schnüffelhund des Zolls vorigen Mittwoch bei einer Routinedurchsuchung der Maschine, die aus Marrakesch kam, knapp 100 Gramm des formbaren Sprengstoffs Pentrit. Das Päckchen war zwischen zwei Sitzen versteckt; ein Zünder allerdings fehlte. Auf die Passagiere - französische Touristen - fiel bis zum Wochenende keinerlei Verdacht. Pentrit wurde schon mehrmals bei Anschlägen benutzt; der Brite Richard Reid, der im Dezember eine Maschine auf dem Flug von Paris nach Miami sprengen wollte, hatte dieselbe Substanz in seinen Schuhen verborgen. Die Fahnder tippen daher auf islamistische Hintermänner. Entweder sei das Paket für einen unbekannten Empfänger in Frankreich oder Marokko bestimmt gewesen. Oder - wahrscheinlicher - ein Selbstmordattentäter sollte mit dem fehlenden Zünder auf einem späteren Flug zusteigen. Denkbar ist auch, dass islamistische Gruppen am Vorabend der Parlamentswahlen in Marokko eine Warnung an die eigene Regierung richten wollten. Eine Panne der Bürokratie erschwert die Aufklärung zusätzlich. Weil die Zöllner erst ihre Vorgesetzten und dann die Justiz unterrichteten, konnte das Flugzeug unbehelligt zurückfliegen.