Fahneneid - DER SPIEGEL
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Fahneneid

• aus DER SPIEGEL 10/1949
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Auf das Stichwort der Kommunistenführer Thorez (Frankreich) und Togliatti (Italien) treten auch die kommunistischen Komparsen an die Rampe und leisten ihren Eid auf die rote Fahne. Harry Pollit, der britische Kommunistenchef, erklärte: »Wenn uns Provokateure fragen, was wir im Falle eines imperialistischen Angriffskrieges gegen die Sowjetunion tun würden, so werden wir ebenso antworten wie Bevin im Jahre 1920. Nämlich Streiks organisieren und Arbeiterräte bilden, um die Durchführung dieses Krieges gegen Rußland zu verhindern.«

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Die Kopenhagener KP-Zeitung schreibt: »Die dänischen Kommunisten werden in einem künftigen Kriege die Sowjetunion als ihren Verbündeten betrachten. Kann man denn ernstlich glauben, daß dänische Arbeiter für das Ziel der amerikanischen Kapitalisten, die Sowjetunion zu zerstören, Leib und Leben opfern werden?« - Die »Wiener Volksstimme« verspricht den Russen die österreichische Waffenbrüderschaft. Auch die norwegische und amerikanische KP geloben Solidarität.

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Im Theater zu Venedig forderte Pietro Nenni die Italiener auf, »im Falle eines Krieges den Kampf für die pro-amerikanische italienische Regierung zu verweigern.« Der Führer der kommunistisch orientierten Linkssozialisten riet seinen Landsleuten, mit Sozialisten und Kommunisten einen Block zu bilden, der ein »Vorposten der Befreiungsarmeen« sein müsse.

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»Den Menschen in der Sowjetzone haben die Genossen Thorez und Togliatti aus dem Herzen gesprochen«, stellte Otto Grotewohl in Berlin-Oberschöneweide fest. Die SED und der gesamte Volksrat seien sich darüber einig, daß nie eine Hand gegen die Rote Armee erhoben werden dürfe. Die parteiamtliche Erklärung der SED lautet: Im Falle der Aggression muß das deutsche Volk gegen die Aggressoren kämpfen und die sowjetische Armee in der Herbeiführung des Friedens unterstützen.

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