Falsch programmiert
Dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wird vom linken Flügel des -- mit 3,5 Millionen Mitgliedern größten -- italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL vorgeworfen, »nur sehr langsam eine Haltung zur Gastarbeiterfrage zu finden. In der Zeitschrift »fabbrica e stato« zeigen die CGIL-Linken am Beispiel der Bundesrepublik und Italien auf, daß die Beziehungen zwischen den Gewerkschaften der Auswanderer- und Einwanderer-Länder »unterentwickelt« seien und daß nie versucht wurde, eine gemeinsame Gastarbeiter-Politik voranzutreiben. Statt dessen erkenne der DGB bis heute nicht die kommunistisch-sozialistische CGIL als Gesprächspartner an, sondern kollaboriere lieber mit den nicht auf Klassenkampf programmierten Verbänden UIL und CISL. »Wenn zehn Millionen Menschen«, so das Gewerkschafts-Blatt, »innerhalb weniger Jahre entwurzelt und als Arbeitskräfte in ganz Europa hin- und hergeschoben werden ..., so genügt es nicht, daß einzelne Gewerkschaften einzelner Länder hier und da sozialpolitische Maßnahmen fordern.«