WERBUNG Falsche Reklame mit Rau
Mit besonders eklatanten Fällen dreister Werbung sorgen zwei Münzhandelsfirmen für Furore: So machte die Hamburger Merkator GmbH mit einem frei erfundenen Brief von Bundespräsident Johannes Rau Reklame für ihre Sammlung »Die Goldmark des Kaiserreichs«. »Mein Dank und meine Anerkennung gelten den Mitarbeitern von Merkator Hamburg«, heißt es in dem gefälschten Rau-Brief. Neben Rau gehörten auch Kanzler Gerhard Schröder, Finanzminister Hans Eichel und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit angeblich zu den »stolzen Besitzern« ihrer Kollektionen, warb Merkator. Nichts davon stimmt: Der Bundespräsident habe »einen solchen Brief nicht geschrieben«, ließen Mitarbeiter Raus wissen. Auch aus dem Bundeskanzleramt und dem Finanzministerium kamen entsprechende Dementis. Ärger gab es auch für die Paramount GmbH: Die Firma aus Pirmasens hatte mit Briefkopf, Foto, Unterschrift und einer Kaufempfehlung des Finanzministers geworben. Man habe die Werbung »umgehend aus dem Verkehr gezogen und vernichtet«; beim Bundespräsidenten habe man sich »in aller Form entschuldigt«, heißt es bei Merkator. Paramount gab inzwischen eine Unterlassungserklärung ab.