Falsches Spiel beim Milliarden-Deal? - DER SPIEGEL
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FUSSBALLRECHTE Falsches Spiel beim Milliarden-Deal?

• aus DER SPIEGEL 8/2003
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Schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Wilfried Straub, erhebt der Münchner Filmhändler Herbert Kloiber. Beim Poker um die TV-Rechte der Fußball-Bundesliga, bei dem die Kirch-Tochter Buli Vermarktungs GmbH im vorigen Sommer den Zuschlag erhielt, soll Straub »bewusst eine Benachteiligung« von Kloibers Agentur Aim International »angestrebt oder zumindest in Kauf genommen haben«. In einem Brief an die DFL bezichtigte der Unternehmer den Fußball-Funktionär vorige Woche, bei der entscheidenden Präsentation beider Angebote vor dem DFL-Aufsichtsrat am 28. Juni 2002 eine zwei Tage zuvor um 55 Millionen Euro nachgebesserte Aim-Offerte unterschlagen zu haben. Laut Kloiber bot Aim International den Clubs für vier Jahre 1,307 Milliarden Euro statt der von Straub dargestellten 1,252 Milliarden. Kloiber kritisiert auch die Präsentation des Kirch-Angebots: Bei einem Zuschlag für die von der Buli GmbH gebotenen 1,225 Milliarden Euro stellte Straub dem Aufsichtsrat eine laut Kloiber »über allen Erfahrungswerten« liegende Insolvenzquote von 40 Prozent aus der Konkursmasse von KirchMedia in Aussicht. »Mit diesen beiden Unkorrektheiten«, heißt es in dem Brief an Straub, »haben Sie die Aim-Offerte um 115 bis 135 Millionen Euro abgewertet.« Straub widerspricht gegenüber dem SPIEGEL dem Vorwurf einer »bewussten Benachteiligung« von Aim und bezeichnet ihn als »ungeheuerlich«. Vorstand und Aufsichtsrat der Liga, sagt er, seien bei der Abstimmung »voll umfänglich« über die Angebote von Aim informiert gewesen. Die Insolvenzquote, so Straub, sei »damals als realitätsnah angesehen« worden und »keine wesentliche Größe für die Entscheidung« gewesen.

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