FAUSTPFÄNDER - DER SPIEGEL
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Briefe

FAUSTPFÄNDER
• aus DER SPIEGEL 20/1951
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FAUSTPFÄNDER

(Nr. 17/51)

Jens Daniels außenpolitische Analysen demaskieren mit brutaler Kälte die illusionistischen Verhüllungsideologien der europäischen Politik. Ein so scharfer und unbestechlicher Beurteiler der zwischenstaatlichen europäischen Beziehungen sollte den Kanzler in allen außenpolitischen Fragen der Bundesrepublik beraten. Statt dessen stützt er sich auf Männer, die außenpolitisch überhaupt keine Erfahrungen haben oder auf solche, von denen wir erfuhren, daß sie vor Routine zu keiner Konzeption fähig waren.

Frankfurt

Dr. H. Hantig

Ihr Mitarbeiter Jens Daniel ist ein blendender außenpolitischer Leitartikler, nicht mehr und nicht weniger. Er hat recht, alles was an Schumans und Adenauers Politik illusionistisch ist, zu kritisieren. Aber die Illusionen der Völker und ihrer Politiker sind Fakten, mit denen der Außenpolitiker rechnen und die er berechnen muß. Auf keinen Fall darf er sie aus seinen Gleichungen ausklammern. Jens Daniel geht wie ein Psychiater vor, der die Komplexe und Hemmungen seiner Patienten durch Bewußtmachung ausschalten will. Damit erzielt er überraschende publizistische Effekte. Reale Außenpolitik läßt sich mit solcher Methode jedoch nicht machen. Der außenpolitische Partner wird sich auf die Dauer nicht als Patient behandeln lassen.

Hamburg

J. Nottebohm

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