IDIOTENTEST »Fehlerhaft bis unbrauchbar«
Rund die Hälfte der medizinischpsychologischen Untersuchungen ("Idiotentest") von Verkehrssündern, die ihren Führerschein etwa nach Promilledelikten verloren haben, sind nach einer noch unveröffentlichten Studie des Medizingutachters Rüdiger Verhasselt und des Psychologen Thomas Rock »fehlerhaft bis unbrauchbar«. Ein Viertel der 800 geprüften Gutachten würde vor Gericht nicht standhalten, so Verhasselt. Der Rheinisch-Westfälische TÜV etwa setze seine Berichte hauptsächlich aus Textbausteinen zusammen. Die Gutachten würden »wie am Fließband« diktiert. Gründlicher arbeiteten private Gutachterfirmen wie etwa die Dekra oder Avus. Deren Ausführungen seien »inhaltlich besser nachvollziehbar«, so die Studie.
Ein lukratives Geschäft sind die Nachschulungen: Die Hälfte der jährlich rund 150 000 Autofahrer, die zum Idiotentest müssen, versagt und muss 800 bis 1000 Mark teure Schulungskurse besuchen. Zwar dürfen diese Kurse seit der Fahrerlaubnisverordnung von 1999 nicht mehr von Firmen angeboten werden, die Idiotentests vornehmen, doch der TÜV bleibt im Geschäft - jetzt werden die Nachschulungen von TÜV-Tochterunternehmen angeboten.