Feinde oder Freunde - DER SPIEGEL
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Briefe

Feinde oder Freunde
• aus DER SPIEGEL 35/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Feinde oder Freunde

Nr. 33/2002, Sucht: Unterschätzte Gefahren der Massendroge Hasch

Kinder können Haschisch kaufen. Der schwarze Markt ist kein Hindernis für den Konsum. Er macht den Zugang leicht und Jugendschutz unmöglich. Die Forderung nach der Cannabis-Legalisierung ist keine Befürwortung des Konsums, sondern die einzige Möglichkeit, den schwarzen Markt zu beseitigen und wirksamen Jugendschutz zu betreiben.

HAMBURG DR. CARL NEDELMANN

Endlich ein ehrlicher, gut recherchierter Beitrag über Cannabis! In der Öffentlichkeit kam bisher hauptsächlich nur die Hanf-Lobby zu Worte. Forschung, die über den täglichen Missbrauch immer jünger werdender Konsumenten Negatives zu berichten hatte, wurde als »Horrormeldung« abgetan, Fachleute in zwei sich bekämpfende Kategorien eingeteilt: Feinde oder Freunde von Hasch. Kaum jemand traute sich, etwas zu sagen - aus Angst, zum verkrampften Spießer abgestempelt zu werden. Denn Kiffen ist schick, Kiffen ist »in« - nicht nur bei den Kids!

HAMBURG SIRKKA-LIISA NAGEL

Ich habe über zehn Jahre gekifft und kann sagen, dass diese Jahre zwar oft geil waren, aber meine persönliche Entwicklung darunter gelitten hat. Über Legalisierung kann man geteilter Meinung sein, eine gerechtere Aufklärung würde ich befürworten. In vernünftigem Maß ist ein Joint allemal besser als Alkohol, weil »Alk« unter anderem aggressiv macht, ein Joint dagegen happy.

WACHENROTH (BAYERN) BERND SCHNEIDER

Behauptungen wie »die Wirkung des Rauchens einer 'Bong' gleicht fast dem 'Flash' einer Heroinspritze« stellen für Bongraucher weniger eine Abschreckung zum Cannabiskonsum dar als vielmehr eine Verharmlosung des Heroinkonsums. Vernünftige Aufklärung und Berichterstattung, die sich durchgehend an Fakten hält, wird die Jugend eher überzeugen als übertriebene Propaganda. Wer Drogenkonsumenten schlichtweg als dumm abstempelt, wird bei ihnen nicht auf offene Ohren für die möglichen Gefahren treffen.

BERLIN DOMINIK SOLLMANN

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