Feldzug gegen Hallo
In den Vereinigten Staaten und England ist um ein kleines Wort ein großer Kampf entbrannt. Die Telephonistinnen beider Länder laufen Sturm gegen »Hallo«. Amerikanische und englische Statistiker assistieren.
Sie untermauern ihren Anti-Hallo-Feldzug mit überzeugenden Argumenten. Allein in New York werden mit den fünf Buchstaben täglich 24166 Stunden verschwendet. Amerikanische Statistiker haben ausgerechnet, daß jedesmal sechs Sekunden verstreichen, bevor die eigentliche Telephon-Unterhaltung zustandekommt, weil in der Regel die Teilnehmer, statt ihren Namen oder wenigstens ihre Telephonnummer zu nennen, ein unverbindliches »Hallo« in die Muschel flöten.
Die Stadt New York hat bereits die ersten Schritte gegen amerikanische Hallodris eingeleitet. Jeder Telephonrechnung wird in Zukunft die vom deutschen »Achtung-Feind-hört-mit«-Vorbild des letzten Krieges inspirierte Zeichnung eines maskierten Mannes beiliegen. Darüber diagonal in Fettdruck die Frage: »Wer ist Hallo?«
Auch die englische Presse hat sich dem Feldzug gegen Hallo angeschlossen. Obgleich festgestellt wurde, daß der jeweilige Zeitverlust durch Hallo in Großbritannien nur vier Sekunden beträgt, werden dadurch dennoch täglich etwa 10000 Arbeitsstunden vergeudet.
Der Londoner »Daily Expreß« testete versuchsweise 100 Telephon-Teilnehmer. 87 meldeten sich prompt mit Hallo. »Daily Express« schlägt als wirksames Gegenmittel die Einführung einer indirekten »Hallo-Steuer« vor. Schatzkanzler Sir Stafford Cripps soll von der Idee begeistert sein.