FIBAG
Minister wären überfordert, wollte man von ihnen verlangen, daß sie alle Briefe, die sie unterschreiben müssen, genau auf die Richtigkeit ihres Inhaltes prüfen. Lediglich Briefe wichtigster Art lesen sie genau durch und prüfen Inhalt wie Ausdrucksweise.
Darmstadt ERNST DRIESS
Hätte »Time« in den Staaten das Material des SPIEGEL gegen den amerikanischen Verteidigungsminister, in der Rolle von Strauß, veröffentlicht, so wäre dieser Minister sofort beurlaubt worden.
Marl (Westf.) WOLF-EIKE SCHÖNE
Daß eine Regierung, die von einer einzigen Partei getragen wird, ihre Minister weitgehend und oft zu weitgehend deckt, ist zwar nicht wünschenswert, auch keinesfalls demokratisch, aber erfahrungsgemäß kaum zu ändern. Bei einer von einer Koalition getragenen Regierung sollte man aber annehmen dürfen, wie es ja auch im Wahlkampf
versprochen wurde, daß wenigstens die Koalitionspartei für Sauberkeit sorgt.
Landau (Pfalz) EDUARD FERD. KERN
Was sagen Sie, Offiziere sind entsetzt? Wir sind entsetzt! Mit Schrecken stellen wir fest, daß bundesrepublikanische Offiziere das Bild von Friedrichs Preußen und Bismarcks Reich auf die Bonner Administration projizieren.
Langen (Frankfurt) SIEGFRIED MÜLLER
Bravo, Moritz, das war nicht nur ein Pfeil, sondern ein ganzer Strauß von Pfeilen, den Sie da abgeschossen haben!
Hamburg 39 H.-GERH. MARTIN
Für was alles die armen Offiziere und die Wehrmacht herhalten müssen! Jetzt
also müssen sie »entsetzt« sein, ausgerechnet in der jetzigen Zeit ... Moritzlein, Du gehst einen schweren Gang! Nun, wir werden es wohl noch erleben, was dabei herauskommt.
Gummersbach J. F. HEISIG
Welcher Mächtige hat nicht gelegentlich das Bedürfnis, den Beweis dafür anzutreten, ein einflußreicher Mann zu sein?
München OTTO KAISS
Meinen Sie etwa, durch den Rücktritt des Ministers Strauß würde sich etwas Besonderes an unserer Situation ändern? Das wäre ein großer Irrtum! Es geht doch gar nicht um die Person des Ministers, sondern um das geistige oder besser das ungeistige Prinzip, das er zu vertreten hat. Strauß repräsentiert mit seinem Atomrüstungswillen die Haltung einer scheinchristlichen Mehrheit des Volkes in der Bundesrepublik. Geht Strauß, so wird sich diese Mehrheit in ihrer Verblendung einen anderen Vollstrecker ihres Willens suchen, vielleicht klüger und darum gefährlicher, sicher aber erhaben über das Gebell eines Nachrichten-Magazins.
Nürnberg JOHANN ERWIN BAUER
Mit Ihnen ist der Landesvorstand der Hamburger Jungsozialisten der Meinung, daß das Parlament der Bundesrepublik Deutschland die Kontrollinstanz der Bundesregierung sein muß. Und mit Ihnen ist er der Meinung, daß es eine der wichtigsten Aufgaben des Bundestages ist, dafür zu sorgen, daß unser bundesrepublikanisches Haus sauber bleibt.
Nicht einer Meinung mit Ihnen ist der Landesvorstand der Hamburger Jungsozialisten allerdings darin, daß die SPD »zu fein, zu überparteilich« geworden
sei, um der Regierung »noch auf die Finger zu sehen«. Der Landesvorstand hat deshalb heute die Bundestagsfraktion der SPD aufgefordert, unverzüglich die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu fordern, weil dieser nach der Auffassung des Landesvorstands das einzige Gremium ist, vor dem die von Ihnen gemachten Vorwürfe, die zumindest sehr gewichtig scheinen, behandelt und vielleicht entkräftet werden können. Sollte letzteres nicht möglich sein, so bliebe Herrn Minister Strauß nichts anderes übrig als zurückzutreten.
Der Landesvorstand der Hamburger Jungsozialisten ist jedenfalls der Meinung, daß der bisher beschrittene Weg aller Beteiligten, sich wechselseitig mit gerichtlichen Klagen zu überhäufen, nicht der richtige ist, weil dadurch die Angelegenheit allmählich immer mehr im Nebel verschwindet und schließlich völlig undurchsichtig wird.
Hamburg JUNGSOZIALISTEN IN DER SPD
Der kleine Moritz ist ein Goldjunge!
Bremen FRITZ ROTH
Bonn müßte den SPIEGEL soweit subventionieren, daß die breite Masse ihn wöchentlich kaufen würde.
Oldenburg (Oldenburg) DR. HARMS
Wie es auch sei, in anderen demokratischen Ländern wäre das Volk nicht so ruhig über die noch endgültig zu klärende Angelegenheit hinweggegangen.
Bocholt PAULUS GARON
Wie im Fortsetzungskrimi fragt man sich: Wer ist der Täter?
Backnang HANS DIETER ESSLINGER
Mir hat von je die Straußenjagd als altem Waidmann zugesagt. Es muß jedoch bei solchem Treiben der Vogel auf der Strecke bleiben! Er darf nicht angebleit sein, muß sich legen auf den ersten Schuß, sonst wehrt er sich mit mächtgen Tritten
und mancher hat schon viel erlitten, wenn sich der Vogel furchtbar wehrte und den Verfolger arg versehrte. Drum schärft die Lanzen und die Pfeile, nehmt's Lasso, damit nicht enteile die Beute, um zu Konradin, dem Straußen-Heger zu entfliehn! Daß bald die Beute sei zuteil dem Straußenjäger: Waidmanns-Heil! (Es wär zu schön, die Melodie recht bald zu hören: Ha-la-li!)
Bietigheim H.-H. SCHLOBACH
Simplicissimus
»Gib a Ruah, Sozi verdächtiger, Saupreiß windiger!«