FIBAG - DER SPIEGEL
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Briefe

FIBAG
• aus DER SPIEGEL 32/1962
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

FIBAG

Erstens: Franz-Josef Strauß kann unmöglich oberster Vorgesetzter und Vorbild der Bundeswehr sein, solange er Duzbruder des wegen Kuppelei vorbestraften Dr. Kapfinger ist. Ungeachtet seiner sonstigen Verdienste und Fähigkeiten, die ihm, nachgesagt werden, wäre er abzusägen, nachdem ihm das Gefühl dafür fehlt, das von sich aus und freiwillig zu tun. Der Fall Fibag, weil noch nicht geklärt, kann hierbei völlig außer Betracht bleiben. Dieser Fall dürfte niemals durch Angehörige des Parlaments, sondern durch einen völlig unabhängigen Ausschuß ehrenwerter, erfahrener deutscher Bürger untersucht werden, und zwar ganz objektiv und gerecht.

Zweitens: Alle verantwortlichen. Redakteure des SPIEGEL sollen zum Teufel gejagt werden, weil sie fast durchweg und meistens in einer ganz dreckigen, übel-gehässigen Weise und Form stänkern und hetzen und offenbar unfähig sind, eine saubere, faire und objektive Kritik zu üben, die dabei gerne hart sein könnte.

Stuttgart

WALTER STRAUB

Es gehört zu den vielen Unbegreiflichkeiten in der Bundesrepublik, daß eine derartige Affäre einen Politiker nicht etwa disqualifiziert, sondern ihn für das Amt eines Ministerpräsidenten prädestiniert erscheinen läßt. In anderen Ländern würde er auch zwischen zwei Möglichkeiten zu wählen haben: Entweder freiwillig zu gehen oder gegangen zu werden.

Wattenscheid

ELLY STEINMANN

Strauß hat einen Charakterfehler, der ihn unter allen Umständen für ein höheres Amt ungeeignet macht. Er ist ohne Selbstkritik, er ist rechthaberisch und brutal in seinen Mitteln, er ist der

typische Pharisäer, diesmal in Krachledernen.

Neuhaus/Oste (Nieders.)

CURT AMEND

Wie kommt Franz-Josef Strauß eigentlich zu dem Ruf besonderer Intelligenz? Die Methoden, wie er den Folgen seiner vielleicht noch entschuldbaren Unbedachtheiten in den Anfängen der Fälle Fibag und Barth auszuweichen sucht, lassen doch viel eher das Urteil »selten dümmlich« als angemessen erscheinen.

Tiefenbach (Bayern)

DR. MEINT HARMS

Wenn Strauß gescheit ist, kehrt er den Stinkpreußen den Rücken und geht in seine Heimat nach München. Sie und alle Norddeutschen haben nur eine große Klappe und Stroh im Hirn, ansonsten kommen Sie nach Bayern zum Fressen und Saufen und setzen sich ab nach dem Süden, falls dicke Luft ist.

München

HANS EBERL

Wozu noch Untersuchungsausschuß? Unauslöschlich bleibt die unbestreitbare Tatsache bestehen, daß der Verteidigungsminister,

durch eine Serie unverzeihlich leichtfertiger Handlungen in einen bösen Verdacht geraten ist. Von diesem Verdacht kann ihn kein Untersuchungsausschuß reinigen. Die Beweggründe seiner zielstrebigen Handlungen sind unerforschlich. Schuld wie Unschuld bleiben mithin unerweislich. Das Urteil kann demnach nur ein Freispruch

aus Mangel an Beweisen sein. Mit diesem Mangel belastet,

ist, ein Bundesverteidigungsminister untragbar.

Berlin

OTTO NEHLSEN

Ich bin selbst alter Soldat und Reserveoffizier gewesen, kann Ihnen aber versichern, daß bei unserer damaligen Kaiserlichen Marine derartige »Entgleisungen« nicht vorgekommen wären.

Beringhausen (Nordrh.-Westf.)

W. BLUM

Sie haben Ihre Gunst und auch die vermeintliche der Öffentlichkeit einseitig tendieren lassen. Sie laufen sich in Sachen Fibag bis zu einer gewissen Grenze heiß und werden dann zurückgepfiffen.

Berlin

KARL KRUX

Abermals serviert uns der SPIEGEL drei Seiten Fibag - Trivialitäten, Bei dieser alten Leier gähnt selbst die Fliege, wenn sie über das Papier kriecht.

Ohe bei Hamburg

A. HONIGMANN

Deiner laufenden Strauß-Fortsetzung fehlt der positive Aspekt. Es genügt nicht zu sagen, daß und wieso Franz -Josef Strauß undemokratisch sei. Man muß auch zeigen, wen oder was man an seiner Stelle will. Ich schlage als Schlagwort für die weitere Fibag-Ausschlachtung vor: »Seebohm für die Bundeswehr!« Grund: Der Straßenbau erfordert sechs Milliarden jährlich. Seebohm holt nur zwei Milliarden raus. Macht Seebohm zum Wehrminister, dann schrumpft der Wehretat von 15 auf sechs Milliarden.

Göttingen

ANNI GÖRGENS

Wenn man wegen der Fibag-Affäre Franz -Josef Strauß etwa eines Tages in Bonn nicht mehr will, warum sollte der dann für München gut genug

sein? Beim Bier jedenfalls haben wir sogar ein ganz besonderes bayrisches Reinheitsgebot!

Kulmbach

OTTO MOHRMANN

Ich bin überzeugt, daß Sie Herrn Strauß in keiner Richtung das Wasser reichen können, wie überhaupt die Methoden des SPIEGEL nicht nur mich anekeln.

Bremerhaven

HEINZ LAUSS

Der Tagesspiegel

Bonner Turniere

SPD-MdL Mohrmann

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