FIBAG
Dein Bogen gegen unseren Strauß war, milde ausgedrückt, leicht gespannt.
Oberursel FRANZ WAGNER
»Kapfingers Erzählungen« dürften Herrn Franz-Josef Strauß zumindest ein paar schlaflose Stunden einbringen. Außerdem dürfte nun auch bald weniger geübten Bundesbürgern klarwerden, wer vordringliches Interesse an noch zu verabschiedenden Notstandsgesetzen samt Einschränkung der Pressefreiheit bekundet. Alles in allem: Ein eleganter Volltreffer!
Stuttgart ALEXANDER SCHMITT
Diesmal ist Moritz mal ganz tief in die dunklen Abgründe unserer Demokratie eingetaucht. Unser Land von ähnlichen Vorkommnissen frei zu halten, dazu verhilft ganz sicher nur ein
- Ehrenschutzgesetz.
Ludwigshafen L. B. ZEDLER
Was einwandfrei geklärt werden könnte, ist die Frage, ob Strauß das Unternehmen seines Freundes Dr. Kapfinger gefördert hat. So wurde in Ziffer 6 der Vereinbarung zwischen den Teilhabern der Fibag festgelegt, daß Kapfinger seine Verbindungen in die Firma einbringt. Diese Verbindungen konnten sich bei der Art des Projektes auf den Bundesverteidigungsminister beziehen (Dokument: Brief Strauß an Kapfinger vom 4. August 1960). Sie wurden in Ziffer 4 der gleichen Vereinbarung mit 25 Prozent des Stammkapitals (125 000 Mark) bewertet.
Bundesminister Strauß hat auch mit Empfehlungsschreiben vom 1. Juni 1960 für den Teilhaber Schloß und mit Schreiben vom 20. Juli 1960 an den amerikanischen Verteidigungsminister Gates den Gegenwert für diese 25 Prozent, nämlich die Beziehungen; realisiert. Die grundlegende Frage ist nun, ob ein Bundesminister eine »Begünstigung im Amt« vornehmen dürfte und ob dies nach dem »Bundesbeamtengesetz« allgemein, also auch für alle Bundesbeamten erlaubt wäre.
München 42 WALTER EGGER
Der immer wieder erhobene Vorwurf gegen den SPIEGEL, seine Motive für die Berichterstattung seien nicht uneigennützig, mag berechtigt sein oder nicht - er ist unwesentlich! In einer Zeit, in der die Möglichkeiten sachlicher Information über unsere junge Demokratie nicht unwesentlich eingeschränkt sind, erhält ein Bericht wie »Kapfingers Erzählungen« einen besonderen Wert: Er wird die Öffentlichkeit alarmieren und zu der notwendigen Klärung beitragen, ob sich Minister Strauß eines Amtsmißbrauchs schuldig gemacht hat.
Berlin-Siemensstadt W. BODENBENDER
Zum ersten Male seit seinem Bestehen vermag ich dem SPIEGEL aufrichtig zu danken für eine wohldurchdachte, hieb- und stichfeste Nachricht, die zur rechten Stunde kam.
Dortmund-Brünn ABEL YORK
Hoffentlich sitzen Sie fest im Sattel!
Düsseldorf-Benrath WILHELM HANF
Kapfinger wird sicher manches zu bestreiten versuchen, aber das sollte für Sie kein Grund zum Verzagen sein: schließlich hielten ihn ja nicht einmal die Passauer Richter für glaubwürdig. Was seine Wahrheitsliebe anbelangt, wird Sie vielleicht ein Beispiel aus allerjüngster Zeit interessieren. Nach seiner Verurteilung setzte er sich per Leitartikel mit verschiedenen Leuten auseinander, die seine Mißbilligung finden, darunter auch mit mir: »In der ,Zeit', der Zeitung des Herrn Bucerius, schrieb ihr Münchner Korrespondent unter der Überschrift 'Der Mann im Glashaus', ich hätte gegen Werner Friedmann in meiner Zeitung geschrieben... Ausgerechnet der Münchner Mann der ,Zeit' steuerte zu diesem Artikel gegen Friedmann Material bei. Er hat dafür von uns 100 Mark Honorar erhalten, so saubere Herren, die vor ihrer eigenen Tür kehren sollten, spielen sich als Richter auf.«
Die Wirklichkeit sah so aus: Nach Friedmanns Verurteilung druckte Kapfinger in seiner »Passauer Neuen Presse« einen Aufsatz und füllte ihn zu gut einem Drittel mit einem Bericht, den ich kurz davor in der »Zeit« veröffentlicht hatte. Allerdings hatte er weder die Redaktion der »Zeit« noch mich um die Genehmigung dazu gebeten, und als ich dieserhalb bei ihm vorstellig wurde, überwies er mir ein Nachdruckhonorar von hundert Mark. Sie sehen, wie leicht es diesem Manne fällt, Tatsachen zu verbiegen.
München 27 OTTO VON LOEWENSTERN
Die netten Bundesbürger werden auch diesen Streich schlucken, ohne aufzustoßen.
Karlsruhe HANS WALTER
Der Herr Verteidigungsminister sollte einer pflichtgemäßen Aufforderung zur Sorgfalt im eigenen und der westdeutschen Bundesrepublik Interesse nicht mit einer Strafanzeige gegen den SPIEGEL wegen Nichtbeachtung der Sorgfaltspflicht begegnen. Denn der SPIEGEL war ja so überaus sorgfältig, den elementarsten Pflichten einer Zeitung durch jene Veröffentlichung nachzukommen.
Heidelberg KURT LARSEN
Als staatlich geprüfter Hochbau-Ingenieur bin ich vollberuflich und an größeren Projekten tätig. Ich habe an den architektonischen Entwürfen und Berechnungen des Herrn Lothar Schloß nicht mitgewirkt. Soweit ich mit der Angelegenheit »Fibag« / Housing-Programm zu tun hatte, geschah dies nach Rücksprache und auf Anweisung des Hamburger Finanzmaklers Paul Helmut Seifert, dem Komplementär der dortigen Maklerfirma »von Steinmeister & Co.«. Dieser hatte zusammen mit Herrn Bernhard Brach die gesamte Finanzierung in der Hand. Seifert wurde einziger Vorstand der »Fibag« und ließ den Aufsichtsrat neben Lothar Schloß mit seinem Rechtsanwalt Rudolf Dührkop und seinem Steuerberater Dr. Rixen, beide Hamburg, besetzen. Lothar Schloß, der die Kapfinger-Anteile treuhänderisch verwaltete, war von Herrn Bernhard Brach, New York, gesteuert.
Gerade ich verhinderte, daß eine von den Herren Seifert, Rechtsanwalt Dührkop, Dr. Rixen, Lothar Schloß und Kurt Suske bereits notariell unterschriebene Versicherung für das Handelsregister verwendet wurde, wonach das Mindestkapital der »Fibag« bereits eingezahlt sei und zur freien Verfügung des Vorstandes stehe, obwohl das nicht stimmte. Ich verweigerte dazu die Unterschrift.
München KARL WILLY BRAUN
Franz-Josef Strauß wird sich die Haare raufen und fluchen: »Sakra-Kruzitürken, weshalb nur hat mein Pressereferent Schmückle nicht 1946 die Lizenz für den SPIEGEL erworben, dann wäre vielleicht Moritz Pfeil heute mein Presse-Generalmajor und ich könnte ruhig schlafen.«
Dülken (Rhld.) J. RIBUTSCH
Bisher war mir wohl entgangen, daß Franz-Josef Strauß vor allem deshalb zum Verteidigungs-Minister prädestiniert ist, weil er so oft, selbst seinen Duzfreunden gegenüber, sich und seine Ehre zu verteidigen hat.
Bassersdorf (Schweiz) R. WINKLER
Kölnische Rundschau
»Dat jeht nich so weiter, Eckardt-wozu haben wir ne Minister für besondere Aufjaben? Ich mach' einfach Krone zum Minister für Verteidijung des Verteidijungsministers!«
Freie Presse (Bielefeld)
Braun