Fiese Methode - DER SPIEGEL
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Briefe

Fiese Methode
• aus DER SPIEGEL 38/1993
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Fiese Methode

(Nr. 34/1993, Raubkopien: Jagd auf Computerspiel-Piraten)

Ich gratuliere Herrn von Gravenreuth. Wieder einer mehr in unserer Gesellschaft, der die Kleinen erwischt, die Großen aber noch nicht einmal erreicht. Außerdem löst seine Methode auch keine Probleme. Das Problem liegt darin, daß die Software-Industrie ihre Produkte zu Preisen anbietet, die sich nicht jeder leisten kann. Denn solange Spiele 100 Mark und mehr kosten, wird es Raubkopierer geben. Und ihre Zahl steigt. *UNTERSCHRIFT: Berlin CHRISTIAN SCHULENBURG

Auch ich vertrete die Ansicht, daß man potentiellen Raubkopierern das Handwerk legen sollte, doch die durch Herrn von Gravenreuth angewandte Methode ist so ziemlich das fieseste, was man tun kann. Hierbei wird die Gutmütigkeit von anderen Mitmenschen skrupellos mißbraucht, denn unter normalen Umständen würden wahrscheinlich nicht _(* Vor seiner Rheindurchquerung 1988. ) einmal ein Zehntel der angeschriebenen Computerfans darauf reagieren. *UNTERSCHRIFT: Berlin ROBERT HAKELBERG

Freiherr von Gravenreuth ist schon lange als Kinderschreck der Computerszene bekannt. Früher hat er auf Angebotsanzeigen von Raubkopierern direkt reagiert, heute müssen schon schäbigste Methoden her, um von ahnungslosen Schulkindern über 1000 Mark zu kassieren. Anstatt gezielt nach Piraten zu fahnden, die im gewerblichen Bereich große Schäden anrichten, werden jugendliche Computerbesitzer wegen einiger Disketten voller Spiele kriminalisiert und via Abmahnung kräftig zur Kasse gebeten. *UNTERSCHRIFT: Stuttgart HANNES GNAD

* Vor seiner Rheindurchquerung 1988.

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