Täglich verschicken die gut 400 000 deutschen Kunden des Multimedia-Dienstes America Online (AOL) mehr als eine Million elektronische Briefe. Damit übertrifft AOL so manches Großstadtpostamt und hat eine Größe erreicht, die die Eigentümer an neue Einnahmequellen denken läßt. Nach dem Vorbild der amerikanischen Muttergesellschaft sollen auch hierzulande neue Preise und vor allem Werbung den Umsatz von derzeit rund 160 Millionen Mark (reine Abonnementeinnahmen) deutlich steigern. In den USA haben die Werbeeinnahmen in Höhe von circa 300 Millionen Dollar rund 15 Prozent des Umsatzes erreicht. Damit kann sich der Dienst erlauben, seinen Kunden Pauschalpreise von knapp 20 Dollar im Monat für unbegrenzte Nutzungszeit anzubieten. Auch in Deutschland, wo außer der Grundgebühr von 9,90 Mark nach 120 Freiminuten 6 Mark pro Stunde gezahlt werden müssen, wird mit Fix-Preisen zwischen 39,90 und 69,90 Mark exerimentiert. Eine neue Preisstruktur könnte vom Frühjahr an greifen. Geschäftsführer Andreas von Blottnitz will jedoch noch abwarten, wie sich die Telefontarife entwickeln.
Dieser Ausdruck wurde am 17.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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