Flammendes Inferno - DER SPIEGEL
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AUSTRALIEN Flammendes Inferno

• aus DER SPIEGEL 50/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Schütze dein Eigentum jetzt!« Mit dieser Parole verbreitet die australische Feuerwehr derzeit eine 34 Punkte umfassende Checkliste zur Verminderung von Brandgefahren - für manche der gut vier Millionen Sydneysider zu spät. Wie im Vorjahr, als im Randbereich der Metropole 777 000 Hektar vernichtet wurden, nähern sich die Flammenwände von mehreren Seiten, begünstigt durch die seit Monaten im ganzen Land anhaltende Jahrhundertdürre. Im Outback sind bereits Flächen von der Größe Englands verbrannt.

Mehr als 3000 Feuerwehrleute waren vergangenen Freitag allein rund um Sydney im Einsatz; zwei Menschen starben dort bisher. Bahnstrecken sind gefährdet, Ausfallstraßen wurden wegen der Rauchentwicklung gesperrt, Hunderte an der Peripherie gelegene Häuser evakuiert - und der Sommer, Hauptsaison für Brände, steht erst noch bevor. »Wie eine Dampfwalze« kämen die Flammen näher, berichten Bewohner des nördlichen Vororts Berowra Heights. Zwar erwarteten Meteorologen am Freitag vorübergehend sinkende Temperaturen, doch zunächst entfachte der Wind neue Brandnester am Nordgürtel der Stadt. Feuerwehrchef Phil Koperberg hält es für ausgeschlossen, binnen weniger kühlerer Tage Flammenfronten von insgesamt Hunderten von Kilometern wirkungsvoll zu bekämpfen: »Das ist absolut unmöglich.« Feuerkorridore des jetzigen Ausmaßes habe es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Das Inferno schockiere selbst altgediente Katastrophenschützer. Zur Vorbeugung gegen die ökologisch durchaus nicht unnützen Wald- und Buschbrände empfiehlt der US-Experte Robert Hendricks vor allem Aufklärung; vier von fünf Feuern entstünden durch unachtsame Menschen. Camping sollte in kritischen Zeiten verboten werden. Außerdem gelte es, so viel trockenes Altholz wie möglich zu beseitigen und Schneisen zu schlagen, notfalls freizubrennen. Effektiver Brandschutz sei »wie eine militärische Operation«.

Gegen die Dürre, unter der Australien periodisch leidet, hilft guter Wille allerdings ähnlich wenig wie gegen Feuerteufel. Am Freitag wurde ein erster mutmaßlicher Brandstifter, ein 18jähriger Student, dem Richter vorgeführt. Er muss mit insgesamt 14 Jahren Haft rechnen.

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