Format
In Serajewo lagert neuer Zündstoff. Hundert Meter von dem Attentatort des Jahres 1914 entfernt veranstaltet die jugoslawische Regierung im Justizpalast einen Schauprozeß gegen 12 sowjetische Staatsangehörige. Sie werden beschuldigt, während des Krieges mit der deutschen Besatzung zusammengearbeitet und seit dem Kominform-Konflikt Spionage für die Sowjetunion getrieben zu haben. Wirtschaftliche und militärische Informationen sollen über die sowjetische Botschaft in Belgrad nach Moskau weitergegeben worden sein. Die Anklagevertretung beschuldigte auch den Sekretär des Sowjetbotschafters in Belgrad, Anatal Iwanow, und andere Botschaftsangestellte der Splonage. Der Prozeß hat Moskauer Format. Einer der Angeklagten hat sich erhängt, nachdem er ordnungsgemäß ein schriftliches Geständnis hinterlegte. Auch alle anderen haben bereits gestanden.