FORSSMANN
Ihr Artikel »Die Sonde im Herzen« hat mich besonders bewegt, weil ich Dr. Forssmann aus meiner Studienzeit als Bundesbruder kenne. Aber eines ist nur undeutlich zwischen den Zeilen zu lesen: die Antwort nämlich auf die Frage, warum es ihm, der 1945 bereits aus der Gefangenschaft heimkehrte, 1949 noch so ausgesprochen schlecht ging mit seiner Praxis. Hier möchte ich ergänzen und zitiere aus einem Privatbrief Dr. Forssmanns an mich von 1954: »... weil es mir nach dem Kriege mehr als dreckig gegangen ist und ich so manches Mal nicht wußte, wohin mit meiner großen Familie. Man hatte mir ungerechtfertigterweise ein dreijähriges Berufsverbot aufgebrummt, und wir saßen ausweglos in einem kleinen Dorf im südlichen Schwarzwald.«
Der Fall Dr. Forssmann war auch einer der vielen Fälle, in denen schikanöse Anwendung der Entnazifizierungsbestimmungen eine erfolgreiche Laufbahn ... für längere Zeit unterbrochen hat. Hier spielte wahrscheinlich besondere Gehässigkeit maßgebender Angehöriger französischer Besatzungsstellen gegen den gebürtigen Elsässer eine Rolle.
Frankfurt FRIEDRICH EILRODT
Diplom-Ingenieur
Ich gratuliere zu der ausgezeichneten Titelgeschichte über den Nobelpreisträger Dr. Werner Forssmann, vor allem zu der treffenden Beschreibung, mit welcher eitlen Selbstzufriedenheit und intellektualistisch mechanischen Verstiegenheit sich häufig die offizielle Wissenschaft gegen neue Erkenntnisse sträubt.
Düsseldorf WILLI FROST