Fragwürdige Runde - DER SPIEGEL
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Fragwürdige Runde

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• aus DER SPIEGEL 38/1983
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Mangelndes Fingerspitzengefühl bewies die christliberale Regierung am Mittwoch letzter Woche beim heiklen Thema Vergangenheitsbewältigung. Waldemar Schreckenberger, Chef des Bundeskanzleramts, hatte Vertreter von Verbänden, »die in dieser Frage besonders engagiert sind«, zu einer Gesprächsrunde geladen, um der Frage nachzugehen, »wie in angemessener Weise die Erinnerung an und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus« erreicht werden könne. Auf die Einladungsliste hatte der Kanzlerbeauftragte zwar den CDU-Rechtsaußen Herbert Czaja vom Bund der Vertriebenen oder den Vorsitzenden des Kuratoriums Unteilbares Deutschland gesetzt. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma jedoch, der eine bedeutende Gruppe von Nazi-Opfern repräsentiert, war nicht eingeladen. Erst nach Intervention des Parlamentarischen Geschäftsführers der Grünen, Joseph Fischer, korrigierte Schreckenberger den Fauxpas und bat auch die Sinti zu dem Gespräch. Draußen vor der Tür blieb dagegen die - nach Erkenntnis des Verfassungsschutzes kommunistisch orientierte - Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Man wolle, teilte das Kanzleramt der VVN mit, den Kreis nicht zu sehr ausweiten. Die Unionschristen luden statt dessen lieber die Arbeitgeberverbände und den Volksbund für Kriegsgräberfürsorge dazu.

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