PRESSE Frankfurter Frischzellenkur
Die »Frankfurter Rundschau«, in den siebziger Jahren die Pflichtlektüre von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern, will mit Modernisierungsmaßnahmen den Anschluss an die überregionale Konkurrenz finden. Für den im Juni in Rente gehenden Chefredakteur Roderich Reifenrath, 64, soll ab Juli ein Triumvirat die »FR« attraktiver machen und vor allem die bei rund 190 000 Stück stagnierende Auflage steigern. Zur neuen Führungsriege gehören die bisherigen Vizechefs Hans-Helmut Kohl und Jochen Siemens sowie ein externer Journalist, der noch gesucht wird. Geplant ist eine optische Auffrischung des Blatts - »wir werden im Laufe des Jahres über ein neues Layout nachdenken«, bestätigt Reifenrath. Bereits Ende April startet ein seit langem geplantes Farbmagazin im Zeitungsformat als Wochenendbeilage. Vor allem der Erfolg der »Welt«, die nach einer Generalreform die Auflage um 10 Prozent auf 240 000 steigern konnte, hat die träge »FR«-Maschinerie auf Touren gebracht. »Süddeutsche Zeitung« (416 000) und die staatstragende Ortskonkurrenz »Frankfurter Allgemeine"(401 000) sind ohnehin weit enteilt.