Fred Sinowatz - DER SPIEGEL
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PERSONALIEN Fred Sinowatz

• aus DER SPIEGEL 51/1983
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Fred Sinowatz, 54, Österreichs Kanzler, läßt die Auflage eines Buches verstecken, in dem neben eigenen Reden und Aufsätzen aus den sechziger Jahren eine salbungsvolle Laudatio abgedruckt ist (Titel: »Das burgenländische Jahrzehnt des Dr. Fred Sinowatz"). Das Werk war 1979 »im Namen des Vorstandes der Internationalen Lenau-Gesellschaft« zum 50. Geburtstag ihres Präsidenten Sinowatz herausgegeben worden, fand aber erst jetzt späte Aufmerksamkeit. Vor allem die umfangreiche Würdigung des burgenländischen Sozialisten hat sich als köstliche Lektüre herumgesprochen. Darin wird Sinowatz auch bescheinigt, schon damals, in den Sechzigern, sei er »über die Möglichkeiten, die ihm die Heimat zu bieten hatte, weit hinausgewachsen«. Etwa so: »Das geistige Kleid, das er sich im abgesteckten Jahrzehnt dort zugelegt, vermochte schließlich nicht mehr zu fassen, was an Ideen auch weiterhin seinen Kopf und sein Gemüt befruchtete.« Jetzt ist das Epos weder in der Nationalbibliothek, der laut Gesetz alle in Österreich erschienenen Bücher zugeleitet werden müssen, noch im Buchhandel zu finden. Fast die gesamte Auflage liegt sicher aufbewahrt in den Räumen der Lenau-Gesellschaft - Sinowatz hatte rechtzeitig vor dem Nachfrage-Boom dringend gebeten, das Werk »nicht mehr auszugeben« und einen geplanten Nachdruck durch einen interessierten Verlag »verläßlich zu verhindern«. Die wichtigsten Passagen der Sinowatz-Laudatio werden deshalb in Wien photokopiert vertrieben.

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