FREISPRUCH - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 38 / 55

Briefe

FREISPRUCH
• aus DER SPIEGEL 16/1961
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

FREISPRUCH

Sie haben über Jürgen Thorwalds Buch »Die Entlassung« und dann über ihn selbst geschrieben. An dem ersten Artikel ist nichts auszusetzen. Ich könnte ihn durch Tatsachen, die mir bekannt sind, noch wesentlich ergänzen.

Im zweiten Artikel haben Sie Jürgen Thorwald seines Abschiedsbriefes wegen verhöhnt. Dagegen empören wir uns, denn jeder kranke Mann hat Anspruch auf Schonung, und wer ihn verspottet oder verhöhnt, begeht eine Gemeinheit. Die Dinge liegen doch so: Jürgen Thorwald hat in einem Zustand schwerer Depression durch Überarbeitung, vor der wir ihn alle warnten, einen Abschiedsbrief an seine Leser der »Quick« geschrieben, der leider von der Schriftleitung veröffentlicht wurde. Schon nach 'ein paar Sätzen mußte jeder unbefangene Leser, besonders jeder Arzt merken, daß Thorwald sich in einem Zustand befindet, der es unmöglich macht, schriftliche Äußerungen der Öffentlichkeit zu übergeben. Wie kommt also der SPIEGEL dazu, hierüber auch noch seine gehässigen Bemerkungen zu machen? Ich möchte Ihnen nicht verhehlen, daß diese Angelegenheit mich angeekelt hat und ich lange den SPIEGEL nicht mehr lesen werde.

Donaueschingen DR. HANS KILLIAN

Ordentl. Professor

der Chirurgie. E.

Thorwald

Zur Ausgabe
Artikel 38 / 55