Freispruch verweigert - DER SPIEGEL
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SYRIEN Freispruch verweigert

• aus DER SPIEGEL 27/2008
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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erhält den Druck auf Damaskus aufrecht und will nach einer »nicht schlüssigen« ersten Untersuchung der vermeintlichen Nuklearanlage Deir al-Sor im Osten Syriens weitere Inspektionen vornehmen - ein Freispruch in Sachen Atomwaffen sieht anders aus. Drei Tage lang haben in der vergangenen Woche die Inspektoren der IAEA den im September von israelischen Kampfflugzeugen zerstörten, der Plutoniumherstellung für eine Kernwaffe verdächtigen Komplex überprüft, haben Bodenproben genommen und andere Untersuchungen durchgeführt. Sie sahen sich aber mit einer von den Syrern weitgehend aufgeschütteten und betonierten Anlage konfrontiert, Spuren könnten verlorengegangen sein. Diplomatisch bedankte sich die IAEA für die »Kooperation« der Regierung in Damaskus, verwies aber darauf, die Auswertung der Proben werde einige Wochen dauern. Gleichzeitig bedauerten die Inspektoren, dass sie nicht Zugang zu drei anderen Anlagen, die möglicherweise mit einem Atomprogramm in Verbindung stehen, bekommen haben, und äußerten ihren Wunsch, dies nachzuholen.

Präsident Baschar al-Assad erhofft sich offensichtlich durch seine Einladung an die IAEA einen »atomaren Persilschein« und internationale Aufwertung. Innenpolitisch könnte er sonst wieder unter den Druck der Hardliner geraten, die seine vorsichtige Annäherung an Israel anprangern und ein Ende der Friedensgespräche, unter türkischer Vermittlung, mit dem Erzfeind fordern. Assads innenpolitischer Hauptgegner ist der langjährige Chef des militärischen Geheimdienstes, sein Schwager Assaf Schaukat. Vor einigen Wochen soll es dem Präsidenten - nach Informationen westlicher Dienste - gelungen sein, diesen engen Freund Teherans kaltzustellen, der in Damaskus angeblich für ein militärisches Nuklearprogramm geworben hat und eigene Ambitionen auf das höchste syrische Staatsamt zu erkennen gab.

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