Juden haben seit Amtsantritt Gorbatschows Freiheiten wie nie zuvor: Sie können Jiddisch und Hebräisch lernen, es gibt jüdische Kulturvereinigungen, Synagogenbesuch führt nicht mehr automatisch zu Nachteilen. Trotzdem verlassen Juden in einem Massenexodus das Land, zumeist in Richtung USA, einige auch in Richtung Israel. Allein im Monat Oktober holten 250 000 Juden in Moskau, laut Auskunft des amerikanischen Konsuls, bei der Botschaft Ausreiseanträge ab. Begründung: Früher habe es den Antisemitismus von oben, von staatlicher Seite gegeben. Inzwischen lasse man sie von staatlicher Seite in Ruhe, nun aber gebe es, begünstigt von der Perestroika, Gruppen, die sich früher nicht getraut hätten, offen aufzutreten, und die inzwischen ganz unverhohlen die Schuld an der wirtschaftlichen Misere den Juden zuschöben. Film von Rita Knobel-Ulrich.
22.10 - 22.50 Uhr. ZDF.
Aspekte
Thema: die Kulturszene in Prag.
22.50 - 0.25 Uhr. ZDF.
Macho Callahan
Macho (David Janssen) sitzt in einem Gefangenenlager der Konföderierten ein. Der haßerfüllte Häftling inszeniert einen Aufstand, flieht und knüpft schließlich den zwielichtigen Spieler an einer Fahnenstange auf, der ihm durch Betrug den Lageraufenthalt eingebracht hat. Doch der kaltblütige Held ist mit dieser Rache nicht zufrieden, einen jungen Offizier legt er wie beiläufig um und bekommt es mit dessen Witwe (Jean Seberg) zu tun. Laut FAZ inszenierte Bernard Kowalski einen Film von »Träumen und ihrem Scheitern«. Kowalskis sprachlose Helden taugten weder zur Glorifizierung noch zur Identifikation (USA 1969).
23.15 - 0.40 Uhr. Eins Plus.
Illusion
Johannes Heesters und Brigitte Horney in einer Filmkomödie (Deutschland 1941, Regie: Viktor Tourjansky) über eine Schauspielerin, die wetthalber einem Gutsbesitzer für zwei Monate die vollkommene Illusion vermittelt, er sei ein glücklicher Ehemann.