Freunde
Die Tatsachen, die Dr. Schlegel im SPIEGEL Nr. 28 über die Heckmotorkonstruktionen von Ledwinka mitteilt, sind im wesentlichen richtig. Er scheint jedoch nicht zu wissen, daß Porsche und L. nicht nur Landsleute, sondern langjährige Freunde sind, die engsten Ideenaustausch pflegten. »Ich glaube, die beiden können manchmal selbst nicht mit Sicherheit sagen, welcher von ihnen die oder jene Neuerung zuerst vorgeschlagen hat.« Mit diesen Worten kennzeichnete einmal ein Kenner diese Zusammenarbeit. Als Chefkonstrukteur der Firma Tatra hatte Ledwinka die Möglichkeit, als erster Heckmotorwagen mit luftgekühltem Motor zu bauen. Porsche erhielt diese Möglichkeit erst durch den Auftrag zum Bau eines Rennwagens für die Auto-Union und dann des Volkswagens.
Unter diesen Umständen dürfte es zwecklos sein, sich um das »Hauptverdienst« zu streiten. Es erscheint vielmehr richtiger, sich darüber zu freuen, daß es zwei Deutsche waren, die der Welt diesen technischen Fortschritt schenkten. Im übrigen wurden m. W. die beiden Heckmotortypen von Tatra bis Kriegsausbruch gebaut. Die »Typenbereinigung« hat weder mit der Schaffung des Protektorats etwas zu tun (Nesselsdorf liegt im Sudetengau), noch mit dem Bau des Volkswagens, sondern war eine militärische Maßnahme.
Frankfurt
E. PETERS
Die seitens des Prozeßführers in Nr. 25 befürchtete Erschütterung des deutschen Rechts durch Ablehnung oder Verlust des Volkswagenprozesses ist wohl nicht ernst gemeint. Wir Leser betrachten seine Ausführungen mehr als einen Ablenkungs- oder Entschuldigungsversuch, denn der Prozeß gegen die bundesstaatlichen Steuerzahler wäre am besten erst gar nicht angestrengt worden. Der neue Bundesstaat soll auf fester reeller Grundlage erstehen und hat gar keine moralische Verpflichtung, sich für die Geschäfte des Dritten Reiches einzusetzen.
Bad Helmstedt
WILHELM PREEN