Friede - DER SPIEGEL
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Friede

• aus DER SPIEGEL 17/1950
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Der Pferdefuß war gut versteckt. »Was kann die evangelische Kirche zur Erhaltung des Friedens tun?« stand siebenspaltig in den Werbe-Exemplaren des »Neuen Deutschland«, die an die Teilnehmer der gesamtdeutschen Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands in Berlin-Weißensee (Ostsektor) verteilt wurden. Das SED-Zentralorgan schloß seine Umfrage bei protestantischen Geistlichen Berlins mit einer verkappten Drohung. Die Beantwortung der Friedens-Frage, so schrieb es, sei »von höchster Bedeutung für die weitere Entwicklung der Kirche«. Gemeint waren die »Friedenskomitees«, die zur Zeit in der Sowjetzone aufgezogen

*) Vicky in »News Chronicle« (London) werden. Für sie sind auch Pfarrer-Unterschriften erwünscht.

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Was kann die Kirche für den Frieden tun?« war das Hauptthema der Synode. Landesbischof D. Dr. Lilje rief die Kirche auf, solche, die um des Gewissens willen Kriegsdienst verweigern, in ihren Schutz zu nehmen. Der Generalsekretär des Oekumenischen Rates in Genf, Dr. Visser t'Hooft, setzte jedem Spiel mit der Möglichkeit eines Krieges das energische Nein der Kirche entgegen. Der Präsident des Rates der EKD, Berlins Bischof D. Dibelius, will die Kirche unter keinen Umständen als »Figur im Spiel politischer Kräfte« mißbrauchen lassen. Weder vom Osten noch vom Westen.

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Am Vortage der Synode wurde in den evangelischen Kirchen der Sowjetzone ein »Wort der Brandenburgischen Kirchenleitung an die Gemeinden« verlesen. Die Gemeindemitglieder werden aufgerufen, jedem Angriff auf ihren Glauben zu widerstehen. Eine »ernste Angelegenheit«, ließ die Regierung Grotewohl verlauten. Protestantische Pfarrhäuser im Land Brandenburg wurden nach dem Kanzelbrief von Volkspolizei durchsucht.

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