Frieden
Kommunismus und christliche Ideen hatten in Ungarn zu Weihnachten einen Frieden geschlossen. Dies scheint aus den Weihnachtspostkarten hervorzugehen, welche in diesem Jahr in der ungarischen Hauptstadt zu haben waren. Diese Karten vereinten nämlich die christlichen Weihnachtsembleme und die Embleme des volksdemokratischen Systems. Auf allen Karten ist der Weihnachtsbaum zu sehen, mit leuchtenden Kerzen und glitzerndem Lametta, aber die Kinder tragen das weiße Hemd und die rote Krawatte der kommunistischen »Pionierbewegung«.
Auf einer der Karten steht unter dem Weihnachtsbaum eine Arbeiterfamilie, die Familie eines Spitzenarbeiters - kenntlich an der Plakette, die er auf dem Aufschlag seines Jacketts trägt - und der Sohn hält ein Buch von Rakosi, dem Mann »Nummer Eins« von Ungarn, in der Hand. Die richtigen Weihnachtsbäume waren diesmal in Budapest sehr teuer. Ein meterlanges Bäumchen kostete 20,60 Florints, also fast 8 DM nach dem offiziellen Preis. Trotzdem waren die Bäume bald vollkommen ausverkauft.
Budapest
MATYAS GALATZ