Friedrich Levy - DER SPIEGEL
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PERSONALIEN Friedrich Levy

• aus DER SPIEGEL 41/1981
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80 (Photo), kauziger Rentner und seit kurzem Alternativ-Kommunalpolitiker im friesischen Jever, wurde mit 553 von 19 652 gültigen Stimmen in den Rat der Kreisstadt gewählt, wobei ihm das neue niedersächsische Wahlsystem zu Hilfe kam. Der gelernte Schlachter, der nach dem Krieg als einziger der Überlebenden der von den Nazis verfolgten jüdischen Gemeinde nach Jever zurückkehrte, nervt bereits seit drei Jahrzehnten die Etablierten der Stadt: Levy durchfährt die Einbahnstraßen per Fahrrad grundsätzlich in falscher Richtung, pflanzt unorthodox und satzungswidrig Bäume auf dem Bürgersteig vor seinem Haus und läßt ab und an eine Ziege vor der Kirche grasen. Ein »extrem geringer Wasserverbrauch«, vermerkt die »Hannoversche Allgemeine« nach seiner Wahl naserümpfend, mache »den Umgang mit dem Rentner nicht für jedermann leicht«. Jevers Jugend freilich genießt den Alten: Sie wählte ihn letztes Jahr in den Selbstverwaltungsrat eines Jugendzentrums. Mit Grausen sehen alteingesessene Kommunalpolitiker der konstituierenden Ratssitzung entgegen, die Levy als Alterspräsident leiten wird.

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