Frohe Botschaft - DER SPIEGEL
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Briefe

Frohe Botschaft
• aus DER SPIEGEL 28/1992
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Frohe Botschaft

(Nr. 25/1992, SPIEGEL-Titel: Abschied von Gott / SPIEGEL-Umfrage über Glauben und Religion, Kirchen und Kirchensteuer)

Endlich eine frohe Botschaft über die geistige Gesundung unseres Volkes. *UNTERSCHRIFT: Neubiberg (Bayern) UDO HENTSCHEL

Ich bin der festen Überzeugung, daß 90 Prozent der Bürger an Gott glauben, auch wenn sie nicht zur Kirche gehen oder aus den Kirchen ausgetreten sind. *UNTERSCHRIFT: Hannover HEINZ RÖNNECKE

Die Kirche ist ein durch die Kirchensteuer abgesicherter maroder und selbstgefälliger Betrieb, der darüber hinaus betteln geht und seinen Opfern ein Leben verbietet, mit dem sie der Kirche treu bleiben könnten. Hoffentlich wird ihr am Jüngsten Tag der Teufel ausgetrieben. *UNTERSCHRIFT: Ingolstadt PETER PORATH

Die Kirchen mit ihren segensreichen Einrichtungen haben die Menschheit die großen Drangsale überleben lassen und sind von Gott gewollte Institutionen. Herr Drewermann sollte sich in einem Armenhaus nützlich machen und Buße tun. *UNTERSCHRIFT: z. Zt. auf See MANFRED WIETFELDT Kapitän

Der Trend zur leeren Kirche ist positiv, denn nur eine Abkehr von den Irrlehren der Kirche ermöglicht eine Umkehr. *UNTERSCHRIFT: München H. SCHWARZ

Gott ist aus dem Konzern »Kirche« ausgetreten. Bevormundung, Diktatur, Einschüchterung und Verdummung veranlassen den Exodus. Wer will das neue Zeitalter aufhalten?! *UNTERSCHRIFT: Zürich MARKUS FLURY

Unsere Religiosität wird systematisch zerstört. Dafür steigen die Kriminalitätsraten, die Zahl der Drogentoten nimmt beständig zu, unsere Umwelt haben wir fest im Würgegriff. Weiter so, Deutschland. *UNTERSCHRIFT: Bopfingen-Trochtelfingen (Bad.-Württ.) BERNHARD GLÜCK

Wer sähe nicht, wenn er die Geschichte der Kirche durchläuft, daß sie Menschenwerk ist. Welch eine erbärmliche Rolle läßt man Gott darin spielen. *UNTERSCHRIFT: Dortmund HERBERT SEIDLER

Der Großteil der Umfrage-Antworten wird nur eine dogmatische und autoritäre Kirche abschrecken, denn fehlender Marienglaube zum Beispiel ist kein Zeichen für fehlenden Glauben. *UNTERSCHRIFT: Offenbach MICHAEL MENZEL

Wenn die Menschheit jemals erfahren würde, wieviel persönliches Elend noch heute jeder Mensch dem Christentum zu verdanken hat, würden die Kirchen vor Wut niedergebrannt. *UNTERSCHRIFT: Bad Münder (Nieders.) HELGE VOGES

Welche Folgen der »Abschied von Gott« für den Zustand unseres Landes haben wird, das können Sie dann in einer Umfrage im Jahr 2000 erfahren, vielleicht mit dem Titel: Gnadenlose Gesellschaft. *UNTERSCHRIFT: Würzburg ERNST KNOLL

Wer glaubt, von Gott Abschied zu nehmen, muß sich darüber klar sein, daß er sich an den Teufel klammert, denn der Teufel ist die andere, die Schattenseite Gottes. *UNTERSCHRIFT: Michelbach (Bad.-Württ.) DR. HEINZ STEINCKE

Die Kirchen bieten gerade die Chance, aus der fremdbestimmten Lethargie des Konsumierens herauszufinden, von der unsere Gesellschaft in weitem Umfang geprägt ist. Das gemeinsame Singen, Beten und Zuhören im Gottesdienst erfordert den Einsatz des einzelnen und wird dadurch zum realen Erlebnis. *UNTERSCHRIFT: Wilhelmsfeld (Bad.-Württ.) BETTINA KLIMASCHEWSKI (protestantisch)

Warum geht die Kirche nicht mit gutem Beispiel voran und überweist für ein, zwei Jahre die eingetriebene Kirchensteuer zum Aufbau in die neuen Länder? Das würde ihre Glaubwürdigkeit erhöhen, potentielle Kirchenaustreter wie mich diesen Schritt überdenken lassen und ein gutes Beispiel vom »Teilen« für den deutschen Steuerzahler sein. *UNTERSCHRIFT: Hamburg HANS BUCHHOLZ

Gott? Kirchen sollten zu Museen mit Dauerausstellungen über Auschwitz, das Elend in der sogenannten Dritten Welt und den immensen mafiosen Reichtum des Vatikan umfunktioniert werden. Dann ist die Frage nach Gott beantwortet. *UNTERSCHRIFT: Walldorf (Hessen) PETER VOGELGESANG

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