FÜR HINTERWÄLDLER
Als für mich die Vorschriften des alten »Reibert« zur »Körperreinigung und Gesundheitspflege des Soldaten« im Jahre 1936 aktuell wurden, fand ich sie
- genau wie Du - »naiv-akribisch formuliert«
und kabarettreif. Ebenso äußerten sich damals alle darüber, die »Kabarettreife« beurteilen können. Wie Du dachten wir, daß diese Formulierungen für Hinterwäldler bestimmt seien.
Als uns zehn Jahre später die Gefangenschaft wieder auf die unterste Stufe der Zivilisation hinabstieß, wurde der belachte »Reibert« glänzend rehabilitiert. Während der größte Prozentsatz der Intellektuellen, die sich früher den Reibertschen Vorschriften gegenüber so überlegen deuchten, in Bartwuchs und Dreck mehr und mehr verkam, rasierten sich die verlachten »Hinterpommern« aller deutschen Lande täglich. Notfalls auch mit Glasscherben und geklopftem Konservenbüchsenblech. Und sie wuschen sich auch bei strengem Frost täglich mit nacktem Oberkörper, wie es der »Reibert« befahl...
Berchtesgaden DR. ALFRED MARTIN
... scheinen mir schon etliche Ansätze da zu sein, die einen Eingriff in die persönliche Freiheit darstellen.
Stuttgart ERNST BAUER JUN.
Wie berechtigt die Gründlichkeit ist, mit der Hauptmann Brandt den »Reibert« bearbeitet hat, wird sich Ihnen bei einer vierwöchigen Wehrübung kundtun. Da ist zum Beispiel die Druck -Wasserspülung im WC. Viele »Neue« aus ländlichen Gegenden stehen zu Anfang meistens völlig hilflos da, wenn die von zu Hause her vertraute »Strippe« fehlt.
Unna (Westf.) UWE-JENS KNUDSEN
Unteroffizier