Furcht vor dem Rivalen - DER SPIEGEL
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JAPAN Furcht vor dem Rivalen

• aus DER SPIEGEL 2/2002
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Japan bangt um seinen Einfluss in Südostasien. Anlass zur Sorge ist das gemeinsame Vorhaben Chinas und des Bündnisses südostasiatischer Staaten (Asean), bis zum Ende dieser Dekade die größte Freihandelszone der Welt mit 1,7 Milliarden Menschen zu schaffen. Von dem Plan, der auf Pekings Initiative zurückgeht, wurde die Regierung in Tokio völlig überrascht. Zwar stünde es auch Japan frei, dem Regionalverband beizutreten, zumal es bereits mit Singapur und Südkorea über die Gründung einer eigenen Wirtschaftsgemeinschaft verhandelt. Aber Tokio fürchtet, dass der Rivale China dann die Führung übernehmen könnte. Um verlorenes diplomatisches Terrain zurückzugewinnen, wird Premier Junichiro Koizumi diese Woche zu einer Reise durch die Region starten. In Singapur will er die Gründung einer regionalen Entwicklungshilfe-Agentur vorschlagen, an der sich außer Japan und Asean auch China, Südkorea, die USA, Australien, Neuseeland und die Weltbank beteiligen sollen. Mit ähnlichen Initiativen hatte Japan in der Vergangenheit wenig Erfolg: So blockte Chinas Präsident Jiang Zemin während der Asien-Krise 1997 den japanischen Vorstoß ab, einen asiatischen Währungsfonds zu gründen. Auch Tokios jüngster Plan stößt in der Region auf Skepsis, da das hoch verschuldete Japan derzeit seine Entwicklungshilfe kürzt.

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